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Termine für Maturanten in Quarantäne

07.05.2021 • 10:41 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Termine für Maturanten in Quarantäne

Bildungsminister Faßmann antwortete Leserinnen und Lesern live im Studio.

Was passiert, wenn ein Maturant per Schnelltest positiv getestet wird oder als Kontaktperson in Quarantäne muss? Muss er bis zum Herbst warten?
Heinz Fassmann:
Wir haben versprochen, dass es in diesen besonderen Fällen zu keinem Laufbahnverlust kommen wird. Das lösen wir damit ein. Wir haben eine entgegenkommende Regelung geschaffen, die die Absolvierung der Abschlussprüfungen noch vor dem Sommer ermöglicht. Für jene, die bei der schriftlichen Klausur K1-Personen oder falsch positiv getestet sind, und deshalb nicht antreten können, gibt es einen Ersatztermin noch vor dem Sommer.

Und wenn man den Ersatztermin auch verpasst, weil man noch immer in Quarantäne ist?
Fassmann: Dann wird man im Herbst antreten müssen. Irgendwann muss man sagen, dass es genug Ersatztermine gibt.

Müssen die Schüler Masken im Unterricht tragen, solange es keine Impfung für sie gibt? Bzw. von welchem Zeithorizont reden wir da?
Fassmann:
Wir müssen die Entwicklungen abwarten. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass man auf die Regionalisierung mehr Rücksicht nimmt, also, dass das Maskentragen von der Inzidenz des jeweiligen Ortes abhängt. Ich hoffe natürlich, dass wir Schule, so wie sie war, möglichst bald wieder ermöglichen können.

Wenn am 19.5. dann die Gastronomie, Hotels, und Co. öffnen, sollen die Schultests der Schüler ja als Eintrittstests gelten. Bekommen die Schüler dafür von der Schule eine Bescheinigung ausgestellt?
Fassmann:
Wir müssen schauen, dass wir vom Bürokratie-Ablauf alle Beteiligten nicht überfordern, aber ja es wird eine Art der Bescheinigung für Schüler als auch für Lehrer geben.

Viele Lehrer unserer Schule sind bereits geimpft, wir tragen Masken, halten Abstand – und müssen dennoch jedes Mal wegen Einzelpersonen 14 Tage in Quarantäne.
Fassmann:
Das ist nicht meine Entscheidung, sondern die des Gesundheitsministers. In den verbleibenden sechs Wochen wird sich nicht mehr viel ändern. Aber die grundsätzliche Frage, wie wir mit geimpften Schülern und Lehrern umgehen, werden wir beantworten müssen.

Neben den Schülern gibt es auch noch die Studierenden. Was spricht bei mehrmaliger wöchentlicher Testung gegen eine Öffnung der Universitäten und Fachhochschulen?
Fassmann:
Die Universitäten hatten nie geschlossen. Sie haben unter veränderten Bedingungen weiterhin funktioniert. Wir haben auch eine Gesetzesänderung bewirkt, dass man mit Eintrittstests eine normale Lehre in Präsenz durchführen kann. Wenn es die Pandemie erlaubt, wird wohl ab dem Wintersemester 2021 wieder alles normal laufen können an den Universitäten.

Noch vieles unklar

Wieder ist demnächst alles neu an den Schulen: Ab 17. Mai sind nicht mehr nur die Volksschüler, sondern auch alle Älteren täglich in der Schule. Dann findet auch die Matura statt. Sie haben Fragen zum Schulbetrieb? Bildungsminister Heinz Faßmann stellt sich bereits zum zweiten Mal den Fragen unserer Leser – im Studio der Kleinen Zeitung.

Am 17. Mai kehrt wieder so etwas wie Normalität in den Schulen ein: Denn dann werden alle Schüler wieder täglich und in voller Klassenstärke in ihren Klassen sitzen. Der wechselweise Unterricht in Gruppen – Schichtbetrieb genannt – ist damit (vorerst) Geschichte.

Doch die Pandemie ist nicht zu Ende, und so bleibt die Maskenpflicht erhalten, Skikurs und Co. bleiben verboten, Singen und Sport ist nur im Freien erlaubt. Zudem wird (wie bereits in den Volksschulen praktiziert) dreimal pro Woche getestet. Und dann steht ab dem 20. Mai auch die schriftliche Matura an.

Das alles stellt die Schulen vor Herausforderungen. Viele Fragen sind noch offen: Wie werden Coronainfektionen in den vollen Klassen vermieden? Wie kann verhindert werden, dass es neuerlich zu großflächigen Schulschließungen kommt? Was machen Maturanten, wenn sie positiv getestet werden?

„Sozialkontakte vor Matura minimieren“

Anlässlich der bevorstehenden Matura appellierte Faßmann an die
Schülerinnen und Schüler, die Sozialkontakte vor den Klausuren zu
minimieren. In der ersten Woche der schriftlichen Prüfungen findet
der Ergänzungsunterricht im Distance Learning statt. Absolventen
werden gebeten, zur Klausur – nach Möglichkeit – ein Zertifikat über
einen negativen Coronatest mitzubringen. Schüler, die „falsch
positiv“ sind oder die als K1-Fälle geführt werden, werden nicht
automatisch zum Nebentermin antreten müssen. Für sie soll es im
Rahmen des Haupttermins eine Ersatzlösung geben.

Neben Impfungen und Tests setzt das Bildungsministerium auch auf weitere Maßnahmen, die sich mit den Folgen von Lockdown und Homeschooling auseinandersetzen. So werde die Schulpsychologie um 20 Prozent ausgebaut werden. Geplant sind niederschwellige Beratungsangebote Rund 1,5 Mio. Förderstunden seien zudem in den Wochen bis zum Ende des Schuljahres flexibel einsetzbar.

„Homeschooling nicht mehr machbar“

Dass Bedarf an derartigen Maßnahmen besteht, zeigt eine Umfrage
von Peter Hajek unter 600 Eltern: Demnach sagen 45 Prozent, dass
Homeschooling schlicht nicht mehr machbar sei. 68 Prozent bemerken „sehr starke oder starke psychische Belastungen“ ihrer Kinder. Und 71 Prozent sprechen sich für einen Vollbetrieb aus. Den befürwortet auch Faßmann selbst, der meinte: „Ich begrüße die Beendigung des Schichtbetriebes.“