Allgemein

App entschärft Hass im Netz

10.05.2021 • 17:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
THEMENBILD: INTERNET/HASS/ONLINE/HASSPOSTING/MOBBING
THEMENBILD: INTERNET/HASS/ONLINE/HASSPOSTING/MOBBING (c) APA/HELMUT FOHRINGER

App soll gehässige Kommentare und Nachrichten entschärfen.

Aggressive und verletzende Sprache ist in Sozialen Medien ein großes Thema, eine finnische Initiative will diese über einen Schriftsatz ausbremsen. Ist die Anwendung “The Polite Type” auf einer Website installiert, werden in Sekundenbruchteilen Alternativen für Beschimpfungen und Abwertungen vorgeschlagen. Auf Finnisch und Englisch ist das Open-Source-Projekt im Einsatz. Nun werden in Österreich Bildungseinrichtungen gesucht, die sich an der deutschen Version beteiligen.

“The Polite Type” kann kostenlos heruntergeladen und dann in Programmen wie Word oder Outlook genutzt werden. Zwar werde man damit gerade Menschen mit geringer Hemmschwelle, die verletzende Sprache nicht als Problem sehen, eher nicht erreichen. Gerade durch den Einsatz in Schulen und Bildungseinrichtungen könne das Programm von tietoEVRY Österreich aber Orientierung geben und Bewusstsein schaffen, so die Hoffnung der Macher. Alternativ könnten auch Websiten selbst die Nutzung anbieten oder vorgeben.

Konkret schlägt der Schriftsatz anstelle von Attacken mildere Formulierungen, Harmlosigkeiten bis hin zum kompletten Gegenteil vor. Aus “You’re worthless” wird dann laut einer Aussendung vom Montag “You matter”, aus “I hate you” mach das Plug-in “I disagree with you”. In Finnland war die Children & Youth Foundation in die Entwicklung des Open-Source-Tools eingebunden, für das Unmengen von Ersatzwörtern und -formulierungen gebraucht werden. Gibt es keinen Ersatzvorschlag, werden die Hassparolen zumindest ausgeblendet.

Die in Österreich geplante Einbindung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden ist für TietoEVYRY-Österreich-Geschäftsführer Robert Kaup doppelt sinnvoll, “weil sich das Thema dort hervorragend in den Unterricht integrieren lässt und das Thema Hatespeech in Schulen und Bildungseinrichtungen generell eine besondere Rolle spielt”, wird er in der Aussendung zitiert.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.