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Gerichtsakt verschwand vorübergehend spurlos

10.05.2021 • 21:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Hartinger

Verringerte Strafe für 33-Jährigen wegen langer Verfahrensdauer.

Erst knapp zwei Jahre nach dem Ersturteil in dem wegen des Verdachts der Körperverletzung geführten Strafverfahren wurde in zweiter Instanz entschieden. Das lag auch daran, dass der Gerichtsakt vorübergehend unauffindbar war. Das teilte in der Berufungsverhandlung am Landesgericht Feldkirch Richterin Angelika Prechtl-Marte mit. Wegen der von der Justiz verschuldeten langen Verfahrensdauer und zudem wegen der Provokation vor der Tat durch das Opfer sei die Geldstrafe für die Körperverletzung herabzusetzen gewesen, sagte die Vorsitzende des Berufungssenats.

Die Berufungsrichter verringerten die teilbedingte Geldstrafe rechtskräftig auf 240 Euro (60 Tagessätze zu je vier Euro). Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 60 Euro. Die restlichen 180 Euro wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen.

Geldstrafe verhängt

Das Bezirksgericht Bregenz hatte schon am 29. Mai 2019 in ers­ter Instanz entschieden. Dort wurde über den Angeklagten eine Geldstrafe von 800 Euro (80 Tagessätze à zehn Euro) verhängt, davon 200 Euro unbedingt.

Die zu bezahlende Geldstrafe für den wegen Körperverletzung verurteilten 33-Jährigen wurde also in zweiter Instanz um 140 Euro herabgesetzt. Staatsanwältin Karin Dragosits meinte, die erstinstanzliche Strafe sei trotz der langen Verfahrensdauer angemessen. Die mögliche Höchststrafe für das Vergehen der Körperverletzung wäre eine Haftstrafe von einem Jahr oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Der Schuldspruch des Bezirksgerichts Bregenz (Foto) wurde am Landesgericht bestätigt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Schuldspruch des Bezirksgerichts Bregenz (Foto) wurde am Landesgericht bestätigt. Hartinger

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Verteidigerin Susanne Manhart beantragte einen Freispruch. Aber der Berufungssenat mit Landesgerichtspräsidentin Prechtl-Marte und den beisitzenden Richtern Martin Mitteregger und Andreas Böhler bestätigte den Schuldspruch des Bezirksgerichts. Demnach hat der Angeklagte in dem Lokal seinen Widersacher geschlagen und dabei leicht verletzt.