Allgemein

Kleinwalsertal: Gäste können kommen

12.05.2021 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch das benachbarte Bayern wird den Tourismussektor öffnen. Das bringt Vorteile.<br><span class="copyright">Kleinwalsertaltourismus</span>
Auch das benachbarte Bayern wird den Tourismussektor öffnen. Das bringt Vorteile.
Kleinwalsertaltourismus

Nun sperrt auch das Kleinwalsertal die Tourismusbetriebe auf.

Sie ist zum Greifen nah. Die langersehnte Öffnung am 19. Mai kommt für touris­tische Betriebe – nach sieben Monaten Schließzeit – wohl keinen Tag zu früh. Auch im Kleinwalsertal atmen die Tourismustreibenden auf.

Die Region ist seit September 2020 ein Sonderfall, was die Grenzübertritte betrifft. Deutschland hatte die Reisewarnung aufgehoben und die Region von der Liste der Corona-Risikogebiete genommen. Die gut 5000 Ansässigen waren stets auf einen uneingeschränkten Grenzverkehr ohne Quarantäne-Maßnahmen angewiesen. Vorteile für den Kleinwalsertaler Tourismus brachte diese Regelung freilich nicht.

Elmar Müller, Vorstand des Kleinwalsertaltourismus.<span class="copyright">Kleinwalsertaltourismus</span>
Elmar Müller, Vorstand des Kleinwalsertaltourismus.Kleinwalsertaltourismus

Keine Skisaison

Es galten Vorarlberger Regeln, sprich die touristischen Betriebe mussten dicht machen. Zusätzlich orientierte man sich am bayerischen Nachbarn, um den Sonderstatus nicht zu riskieren. Und so standen beispielsweise die Skilifte den kompletten Winter über still.

Auch Möglichkeiten durch die Modellregion wurden lediglich vereinzelt ausgeschöpft. Nur manche Gastronomiebetriebe hatten offen und waren immerhin durch die Einheimischen gut besucht. Auch ein paar Allgäuer Nachbarn – natürlich getestet – kehrten ab und zu zum Speisen ein. Der Tagestourismus wurde aber nicht forciert, zum einen wiederum um die Ausnahmeregelung nicht zu gefährden und auch, um das Infektionsgeschehen nicht in die Höhe zu treiben.

<span class="copyright">Kleinwalsertal Tourismus</span>
Kleinwalsertal Tourismus

Bayern öffnet ebenfalls

Im Hinblick auf den 19. Mai stellen die Verordnungen bezüglich der Grenzen kein Hindernis für die Enklave dar. Aber es hätte natürlich sein können, dass Bayern oder gar ganz Deutschland die Beherbergungsbetriebe nicht öffnet und das Kleinwalsertal mitunter überrannt wird. „Das Szenario haben wir durchgespielt. Es wäre ein großer Druck speziell auch durch den Tagestourismus auf das Tal entstanden. Und so wurden Konzepte entwickelt, wie damit umzugehen ist, wie wir Besucherströme lenken und begrenzen“, sagt Elmar Müller, Vorstand des Kleinwalsertaltourismus. Läuft alles wie geplant, können besagte Konzepte aber ad acta gelegt.

<span class="copyright">Kleinwalsertal Tourismus</span>
Kleinwalsertal Tourismus

Wohnzimmertests von Vorteil

95 Prozent der potenziellen ersten Besucher im Kleinwalstertal werden Deutsche sein. „Die Buchungslage entwickelt sich gerade“, formuliert es Müller. Bis dato herrschte eine gewisse Unsicherheit. Die meisten wollten abwarten, wie das Test-Prozedere vor Ort genau funktioniert. Langes Anstehen vor der Teststation und das zu willkürlichen Zeiten kam für viele nicht in Frage. Verständlich, schließlich gehen so kostbare Urlaubsstunden drauf. „Das haben viele Gäs­te kommuniziert.“

Nachfrage wird steigen

Einen Nachfrage-Schub erwartet Müller nun wegen der Möglichkeit der Selbsttests. Bei einem Aufenthalt müssen sich Gäste alle 24 Stunden testen lassen und das Ergebnis online in ein Meldesystem eintragen. Im Kleinwalsertal ist man froh über die Möglichkeit des Wohnzimmertests. „So können wir nicht nur einen sicheren Aufenthalt bieten, sondern auch das Urlaubsgefühl. Den Selbsttest kann der Gast auf dem Zimmer machen, wann er möchte. Das dauert wenigen Minuten, danach ist man wieder frei beweglich“, betont Müller.

<span class="copyright">Kleinwalsertal Tourismus</span>
Kleinwalsertal Tourismus

Hohe Durchimpfungsrate

Dazu kommen sämtliche Sicherheitskonzepte, die schon im Sommer umgesetzt und nun verbessert werden konnten. Von Vorteil für die Urlaubsregion ist wohl auch, dass dort die Durchimpfungsrate mit gut 60 Prozent relativ hoch ist. „Wir hatten von jeher eine hohe Anmelderate. Zugute kam uns auch die von der Gemeinde betriebene Impfstraße, die innerhalb von Stunden hochgefahren werden konnte“, sagt der Tourismusexperte.

Die Arbeitskräfte stehen laut Müller in den Startlöchern. Viele sind bereits geimpft. Diejenigen, die von ferner anreisen, werden einige Zeit in Quarantäne verbringen, um auf Nummer sicher zu gehen. Viele Hotels würden mit langjährigen Mitarbeitern zusammenarbeiten. „Die freuen sich, endlich aus der Kurzarbeit zu kommen.“ Einige Betriebe starten nur mit halber Kapazität. Auch um die Angestellten wieder an den Betrieb zu gewöhnen und einen guten Service bieten zu können.

„Gottseidank sind alle Betriebe nach dieser langen Schließzeit am Start“, meint Müller. Jeder Tourismustreibende sei sich seiner nunmehr großen Verantwortung bewusst.