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Bertsch Energy treibt Neuausrichtung voran

14.05.2021 • 19:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
CEO Thomas Smetana über wesentliche Veränderungen bei der Bertsch Energy GmbH.<br><span class="copyright">Stiplovsek</span>
CEO Thomas Smetana über wesentliche Veränderungen bei der Bertsch Energy GmbH.
Stiplovsek

Die Unternehmensleitung wurde von vier auf zwei Geschäftsführer reduziert.

Bei der zur Firmengruppe Bertsch gehörenden Bertsch Energy GmbH erfasst die Neuausrichtung und Restrukturierung bestehender Geschäftsbereiche jetzt auch die Geschäftsführung. So wurde die bislang aus vier Personen bestehende Geschäftsführung in den vergangenen Wochen auf zwei Geschäftsführer reduziert.

Einvernehmliche Trennung

Weiterhin an Bord sind Interims-CEO Thomas Smetana und Vertriebs-Geschäftsführer Dietmar Sohm. Abberufen wurden unterdessen Technik-Geschäftsführer Christian Linder und Finanz-Geschäftsführer Gernot Kranabetter.

Wie Thomas Smetana auf wpa-Anfrage erklärte, sei Chris­tian Linder aufgrund unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der Geschäftsstrategie einvernehmlich aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Gernot Kranabetter werde sich zukünftig auf seine Funktion als Geschäftsführer der Bertsch Holding GmbH konzentrieren. Folglich wurde er auch als Geschäftsführer der Bertsch Service GmbH und der Bertsch Aviation GmbH gelöscht.

Starke Holding-Dienstleistung

Man wolle das Unternehmen Bertsch Energy auch auf der Führungsebene „rank und schlank“ aufstellen, so Smetana. Deshalb müsse man auch hier in die Kostenstruktur eingreifen.
Die Holding werde als Dienstleister in Zukunft noch stärker als bisher die Bereiche IT, Personal und Finanzen für Bertsch Energy betreuen. Da Smetana nur ein interimistisches Mandat als CEO hat, stellt sich die Frage nach der zukünftigen Größe der Geschäftsführung. „Das hängt von der Entscheidung des Eigentümers ab, ob er danach eine ein- oder zweiköpfige Geschäftsführung wünscht.“

Thomas Smetana, CEO Bertsch Energy
Thomas Smetana, CEO Bertsch Energy

Organisation von Projekten

Im Kern hängen die Umstrukturierungen wie berichtet mit der zukünftigen Konzentration von Bertsch Energy auf den Bereich Generalunternehmer für den Kraftwerksbau zusammen. Derzeit sei man noch eher eine Produktionsfirma.
In Zukunft soll das Unternehmen quer durch alle Bereiche verstärkt auf die Organisation von Projekten getrimmt werden, erklärt Smetana. „Vertrieb, Produktion und Abwicklung sollen projektbezogen zusammenwachsen.“ So sollen zum Beispiel bereits in der Angebotsphase die Bereiche Einkauf und Technik mit eingebunden werden. Man wolle die Zahl der Schnittstellen jedenfalls möglichst gering halten.
Ist ein Auftrag abgeschlossen, löst sich das Team auf. Für den nächsten Auftrag wird ein möglicherweise aus anderen Mitarbeitern zusammengestelltes Team gegründet, sagt Smetana.

Problembereich Prozessapparate

Unverändert herausfordernd sei die Situation im Geschäftsbereich Prozessapparate. Hier werden Anlagenteile unter anderem für die petrochemische Industrie hergestellt. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes und der Vielzahl von Konkurrenten macht der Bereich derzeit nur noch zehn Prozent des Umsatzes von Bertsch Energy aus.
Ein weiterer Rückgang ist durchaus realistisch. „Wir werden noch heuer entscheiden, wie es hier weitergeht“, so Smetana. Gegenwärtig versuche man, diesen Bereich mit rund 80 Mitarbeitern in einer Mindestgröße zu halten. Sollte man sich zur Auflösung entscheiden müssen, dann werde man „so viele Mitarbeiter wie möglich“ in andere Bereiche von Bertsch Energy oder der Bertsch Gruppe transferieren.
Denn immerhin suche man unverändert im GU-Bereich neue Mitarbeiter für Montage, Technik und Inbetriebsetzung. Bertsch Energy beschäftigt etwa 240 Mitarbeiter.

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