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Elektroautos: Staaten verlieren an Steuern

14.05.2021 • 10:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kurzfristig könnten Mineralölsteuern "angepasst", also erhöht werden, um das bisherige Steueraufkommen zu erhalten
Kurzfristig könnten Mineralölsteuern „angepasst“, also erhöht werden, um das bisherige Steueraufkommen zu erhalten Sandor Jackal – stock.adobe.com

Prognose: 40 bis 55 Milliarden Dollar weniger Einnahmen.

Weltweit wird der Umstieg auf Elektroautos gefördert. Die Regierungen sollten aber bedenken, dass dieser Umstieg zu massiven Steuerausfällen führen wird, warnt die Internationale Energie Agentur (IEA) in einem jüngst veröffentlichten Bericht. Im Jahr 2030 könnten so den Staatshaushalten 40 bis 55 Milliarden Dollar (bis zu 45 Milliarden Euro) an Einnahmen entgehen, je nachdem wie schnell der Umstieg über die Bühne geht.

Der Rückgang der Steuereinnahmen sei dabei nicht auf eine geringere Besteuerung von Strom im Vergleich zu Mineralölprodukten zurückzuführen, sondern vor allem auf den geringeren Energieverbrauch beim Betrieb der Elektrofahrzeuge, schreibt die IEA im Bericht „Global EV Outlook 2021“. Die Regierungen weltweit sollten sich darauf einstellen und Maßnahmen überlegen, um dem Einkommensausfall entgegenzuwirken.

„Mineralölsteuern anpassen“

Kurzfristig könnten Mineralölsteuern „angepasst“, also erhöht werden, um das bisherige Steueraufkommen zu erhalten. Mittelfristig sei das aber nicht möglich, da sonst der Markt verzerrt würde, schreibt die IEA. Dennoch müsse für ausreichend Einnahmen gesorgt werden, um die Straßeninfrastruktur zu erhalten. Immerhin könne man einrechnen, dass die stärkere Nutzung von E-Autos zu weniger Luftverschmutzung und damit zu geringeren Kosten für das Gesundheitssystem führen sollte.

2020 haben nach IEA-Berechnung E-Autos weltweit zur Einsparung von 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenz an Treibhausgasen geführt. Wie die Einsparung weitergeht, hängt vor allem davon ab, wie rasch die Stromerzeugung dekarbonisiert werden kann, wie rasch also erneuerbare Quellen an die Stelle von Kohle, Öl und Gas treten. Sinkt die Kohlenstoff-Intensität der Stromproduktion bis 2030 um 20 Prozent, wie die IEA in ihrem Durchschnittsszenario annimmt, dann würden E-Autos im Vergleich zu konventionellen Verbrennungsmotoren ein Drittel der Treibhausgase einsparen.

In einem nachhaltigeren Szenario geht die IEA davon aus, dass die Kohlenstoff-Intensität der Stromproduktion um 55 Prozent zurückgeht – in diesem Fall würden E-Autos im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotoren sogar zwei Drittel der Treibhausgase einsparen.

„Von null Emissionen ist bei E-Autos keine Rede“

Von null Emissionen ist aber bei E-Autos keine Rede. Die von der IEA erwartete Elektroauto-Flotte dürfte 2030 im Standardszenario 230 Millionen Tonnen CO2 (Äquivalent) ausstoßen. Das wären aber immerhin 120 Millionen Tonnen CO2 weniger als gleich viele Autos mit Verbrenner-Motoren.