Allgemein

Impfverweigerung: Im Extremfall Kündigung

14.05.2021 • 12:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
THEMENBILD CORONA-IMPFUNG / IMPFSTRASSE / IMPFSTOFF / IMPFEN
THEMENBILD CORONA-IMPFUNG / IMPFSTRASSE / IMPFSTOFF / IMPFEN APA/GEORG HOCHMUTH

Arbeitgeber kann Information über Impfstatus einfordern.

Muss ich meinem Arbeitgeber darüber Auskunft geben, ob ich mich gegen das Coronavirus habe impfen lassen? Ja, meint Franz Marhold, Leiter des Institutes für Arbeits- und Sozialrecht der WU Wien. Denn der Arbeitgeber habe das gerechtfertigte Interesse über die Infektionsgefahr, die von einem Arbeitnehmer ausgeht, informiert zu sein. Und er habe die Verantwortung, seine Mitarbeiter und Kunden zu schützen.

Den Vorgesetzten über eine – dann doch nicht durchgeführte – Impfung anzulügen, sei jedenfalls keine gute Idee. Dies könnte nicht nur zur Kündigung, sondern bei einer besonderen Gefährdungslage auch zur Entlassung, also der sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, führen, meinte Marhold heute im “Ö1-Morgenjournal”.

Arbeitsrechtler Franz Marhold
Arbeitsrechtler Franz MarholdAPA

Alle Möglichkeiten müssen ausgeschöpft sein

Der Arbeitgeber könne auch eine Impfung einfordern, eine Weigerung könne im Extremfall die Kündigung zur Folge haben – allerdings erst dann, wenn alle anderen Möglichkeiten, wie Trennwände, Einzelbüro oder Homeoffice, ausgeschöpft seien.

Der Tiroler-SPÖ-Chef Georg Dornauer sprach sich heute gegen eine “Impfpflicht durch die Hintertür”, aus. “Ich habe bereits im Jänner dieses Jahres davor gewarnt, dass Arbeitnehmer, die sich nicht impfen lassen, relativ schnell ein Problem aus arbeitsrechtlicher Sicht bekommen könnten”, so Dornauer. Er plädiert für “klare arbeitsrechtliche Regelungen bis hin zu einem Kündigungsschutz für Menschen, die sich – aus welchem Grund auch immer – nicht impfen lassen wollen oder können”. Er sei für die Impfung, aber gegen einen Zwang.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.