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Israelische Armee verschärft Angriffe

14.05.2021 • 12:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Israels Armee hat in der Nacht auf Freitag ihre Angriffe auf den Gazastreifen noch verschärft.
Israels Armee hat in der Nacht auf Freitag ihre Angriffe auf den Gazastreifen noch verschärft. AFP

UN- Sicherheitsrat befasst sich mit der Eskalation am Gazastreifen.

Israels Armee hat in der Nacht auf Freitag ihre Angriffe auf den Gazastreifen noch verschärft. „Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an“, teilte die israelische Armee bei Twitter mit. Später gab die israelische Armee bekannt, doch nicht in den Gazastreifen vorgedrungen zu sein. Im Gazastreifen seien „keine Soldaten“, entsprechende vorherige Angaben seien auf ein internes Kommunikationsproblem zurückzuführen, teilte die Armee in der Nacht auf Freitag mit.

Israelische Korrespondenten für militärische Angelegenheiten gaben an, dass es sich nicht um eine Bodeninvasion handle und dass die Truppen von der israelischen Seite der Grenze aus Artillerie abfeuerten. Bewohner des nördlichen Gazastreifens, in der Nähe der israelischen Grenze, sagten, sie hätten keine Anzeichen von israelischen Bodentruppen innerhalb der Enklave gesehen. Sie berichteten aber von schwerem Artilleriefeuer und Dutzenden von Luftangriffen.

Netanyahu: „Diese Operation wird so lange wie nötig weitergehen“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte zu den Angriffen: „Ich habe gesagt, dass Hamas einen sehr hohen Preis zahlen wird.“ Man werde die Angriffe „mit großer Intensität fortsetzen“, sagte er in einer Videobotschaft. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und diese Operation wird so lange wie nötig weitergehen.“

Das israelische Fernsehen berichtete, es sei der heftigste und breiteste Angriff im Gazastreifen seit Beginn der Eskalation am Montag. Die Armee rief Israelis in den Grenzorten, die bis zu vier Kilometer entfernt vom Gazastreifen leben, dazu auf, sich bis auf Weiteres in Schutzräume zu begeben.

Verteidigungsminister Benny Gantz hatte zuvor angesichts der Eskalation die Mobilisierung von weiteren 9.000 Reservisten genehmigt. Vor zwei Tagen hatte die Armee bereits 5.000 Reservisten mobilisiert. Nach Medienberichten bereitete sich die Armee auf eine mögliche Bodenoffensive vor.

Zahlreiche Städte erneut beschossen

Militante Palästinenser setzten am Donnerstag ihre heftigen Raketenangriffe auf israelische Bevölkerungszentren fort. Auch am Abend wurden erneut zahlreiche Städte beschossen, darunter Ashkelon, Ashdod und Modiin. Auch in die Richtung des internationalen Flughafens bei Tel Aviv wurden Raketen abgefeuert. In einer Ortschaft im Süden des Landes wurde nach Angaben von Rettungskräfte eine 87-Jährige auf der Flucht in einen Schutzraum tödlich verletzt.

Im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 109 Menschen seit der Eskalation der Gewalt. In Israel wurden nach offiziellen Angaben bisher acht Menschen bei Raketenangriffen getötet.

UN-Sicherheitsrat befasst sich mit dem Nahost-Konflikt

Der UN-Sicherheitsrat wird sich am Sonntag mit dem eskalierenden Nahost-Konflikt befassen. Die virtuelle Sitzung sei auf Antrag von China, Norwegen und Tunesien auf Sonntag um 16.00 Uhr MESZ angesetzt worden, teilten Diplomaten bei den Vereinten Nationen in New York am Donnerstag mit. Auch die USA, die die Absage einer für Freitag geplanten Sicherheitsratssitzung bewirkt hatten, seien einverstanden.

Es ist die dritte Sitzung des UN-Gremiums zur Eskalation der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern binnen einer Woche. Bei den zwei vorherigen Sitzungen hatte es keine Einigung auf eine gemeinsame Erklärung gegeben. Dies lag Teilnehmern zufolge an den USA, die eine Verurteilung ihres Verbündeten Israel ablehnten.

Nach den ersten zwei Nahost-Sicherheitssitzungen diese Woche hatten zehn Ratsmitglieder, darunter Tunesien, Norwegen und China, eine öffentliche Sitzung für Freitag beantragt. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen sollten auch Vertreter Israels und der Palästinenser daran teilnehmen. Der Antrag scheiterte demnach aber am Widerstand der Vereinigten Staaten. US-Außenminister Antony Blinken sprach sich für eine Sitzung Anfang kommender Woche aus, um der Diplomatie etwas Zeit zu verschaffen.