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3000 Euro Strafe für Kinderpornografie

24.05.2021 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
3000 Euro Strafe für Kinderpornografie
Hartinger

Unbescholtener Angestellter besorgte sich Pornografie mit Minderjährigen.

Wegen des Besitzes von 20 Bildern und drei Videos von aus dem Darknet heruntergeladener Pornografie mit Minderjährigen wurde der unbescholtene Angestellte mit dem Nettoeinkommen von 2400 Euro am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Geldstrafe von 6000 Euro (240 Tagessätze zu je 25 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 3000 Euro. Dem 37-jährigen Dornbirner wurde die Weisung erteilt, die Sexualtherapie fortzusetzen. Das Urteil ist nicht ­rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Unbescholten und geständig

Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht vier Haftmonaten. Für gewöhnlich wird pornografische Darstellung Minderjähriger am Landesgericht mit einer kombinierten Strafe aus einer bedingten Haftstrafe und einer unbedingten Geldstrafe geahndet. Richter Martin Mitteregger sah davon ab, weil der Angeklagte unbescholten und geständig war, nur einmal Pornografie mit Kindern und Jugendlichen auf seinem Notebook abgespeichert und bereits freiwillig mit einer sexualtherapeutischen Behandlung begonnen hat.

Verteidiger plädierte auf Freispruch

Im Zweifel glaubte der Strafrichter dem Angeklagten, der vor Gericht angab, er habe sich nicht bewusst Kinderpornografie verschafft. Er habe in einem Internetforum für erlaubte Erwachsenenpornografie einen Link angeklickt und sei so im Darknet auf die angeklagten Bilder und Videos gestoßen. Der Link war aber auch mit dem Begriff „Pre-Teen“ betitelt. Der Angeklagte räumte ein, er wisse, dass damit die Zeit vor dem Teenager-Alter gemeint sei.

Die beantragte Diversion komme wegen der negativen Signalwirkung für die Allgemeinheit nicht infrage, sagte der Richter. Verteidiger Arnold Trojer plädierte deshalb letztlich sogar auf Freispruch, weil sein Mandant die Kinderpornografie nicht bewusst ­eineinhalb Jahre lang besessen habe.