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Das Holzhaus am Berg

27.05.2021 • 14:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Küche als Wohlfühlort und ästhetischer Blickfang.<br><span class="copyright">David Schreyer</span>
Die Küche als Wohlfühlort und ästhetischer Blickfang.
David Schreyer

Wenn schon bauen, dann möglichst ökologisch und regional.

Projektdaten:
Fertigstellung (Jahr): 2019

Nutzfläche: 97 m²

Bauweise: UG Stahlbeton

EG u. DG Massivholz gedämmt

Fassadenmaterial: Fichte

Planung: Innauer Matt Architekten ZT GMBH, Bezau

Ausführung: Zimmerei Heiseler, Sonntag

Ein eigenes Haus zu bauen, das war für Claudia und Edgar Eller aus ökologischen Gründen nie erstrebenswert. Als sich dann allerdings ihre Wohnsituation vor ein paar Jahren auf einmal änderte, entschieden sie sich schließlich doch für den Bau eines Eigenheims. Als neue Heimat hatte sich das ursprünglich aus Deutschland stammende Paar, das bereits seit vielen Jahren in Vorarlberg lebt, das Große Walsertal ausgesucht. „Das Walsertal ist ein wunderschöner Ort, er hat viel Kraft. Es war uns immer klar, dass wir hier bauen möchten, und zwar so, dass das Haus von der Bauökologie und wie es in der Landschaft steht, hierher passt“, erklärt Claudia Eller. Auf einem sonnigen Hang in der 330-Seelen-Gemeinde Blons fand die vierköpfige Familie das optimale Grundstück für ihr künftiges Zuhause.

<span class="copyright">Vorarlberger Hochbaukunst</span>
Vorarlberger Hochbaukunst

„Die Handwerker waren aus dem Tal, kannten sich und stimmten sich untereinander ab.“

Claudia Eller, Eigentümerin

Die Lage auf dem Berg hat naturgemäß viele Vorteile: ein inniger Kontakt zur Natur, das wunderschöne Panorama, eine unverbaubare Aussicht und viel Sonne. Doch mit dem Bau eines Hanghauses gehen auch einige Herausforderungen einher. Daher beauftragten die Ellers den Architekten Sven Matt vom Architekturbüro Innauer/Matt mit der Planung ihres Traumhauses. „Sven hat uns mit seinem Engagement und seinen Ideen sofort überzeugt. Seine Arbeit ist fundiert und gleichzeitig innovativ. Außerdem ist er mit der regionalen Baukultur vertraut“, erzählt der Bauherr. Die Landschaft des Großen Walsertals zeichnet sich durch steile Hanglagen aus. „Den Walser Häusern ist zu eigen, dass sie mit der herausfordernden Topografie dieses Tals umgehen müssen“, so Architekt Sven Matt, „Ein prägendes Element ist, dass die Giebelfassade Richtung Tal weist.“

<span class="copyright">Vorarlberger Hochbaukunst</span>
Vorarlberger Hochbaukunst

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Offen und geräumig

Das Eigenheim von Familie Eller ist mit 106 Quadratmetern recht klein gehalten. Hohe Räume, große Fenster und eine schlichte, auf das Wesentliche reduzierte Inneneinrichtung lassen das Haus jedoch sehr geräumig wirken. Der Eingang befindet sich auf der Hangseite in der mittleren Ebene des dreistöckigen Gebäudes. Von der Garderobe gelangt man in den Wohn-Essbereich, wo sich das Familienleben abspielt. Die Rückzugsräume sind im Ober- und Untergeschoss. Für wohlige Wärme im ganzen Haus sorgt ein Holzofen im Erdgeschoss, der wie ein Kachelofen konstruiert ist. Warmwasser wird mittels Solarenergie erzeugt. Auch bei der Auswahl des Baustoffs lag der Fokus auf Nachhaltigkeit und Regionalität.

„Das Haus ist für uns als Großwalsertaler Holzbaubetrieb ein Bilderbuchprojekt. Architektonisch sehr anspruchsvoll und handwerklich mit sehr viel Know-how ­gezimmert.“

Thomas Heiseler, GF Zimmerei Heiseler
Thomas Heiseler, GF Zimmerei Heiseler <span class="copyright">Rhomberg</span>
Thomas Heiseler, GF Zimmerei Heiseler Rhomberg

„Uns war von Anfang an klar, dass wir mit Holz bauen. Es ist für uns ein prägendes Merkmal dieser Region und als Baustoff sehr nachhaltig“, erklärt Edgar Eller. Gleich drei heimische Holzarten wurden verarbeitet: Die Böden sind aus Esche, die Innenverkleidung aus Weißtanne und die Fassadenkonstruktion ist aus Fichtenholz. „Die Hölzer sind im Tal gewachsen, sie wurden hier gesägt, verarbeitet und verbaut. Diese kurzen Transportwege, das ist die Zukunft. Das ist eine sehr stimmige Geschichte“, betont Thomas Heiseler von der gleichnamigen Zimmerei.

<span class="copyright">David Schreyer</span>Außen und innen ist Holz das dominierende Element.
David SchreyerAußen und innen ist Holz das dominierende Element.

Hausbau ohne Pannen

Die Zusammenarbeit mit den regionalen Handwerksbetrieben erlebten Claudia und Edgar Eller äußerst positiv: „Unser Bauleiter und nahezu alle Handwerker waren aus dem Tal. Sie kannten sich und stimmten sich untereinander ab. Dadurch gab es nie einen Leerlauf und alles lief reibungslos.“ Die Bauphase war für das Paar aber auch deshalb eine schöne Zeit, weil es durch die Zusammenarbeit mit heimischen Firmen viele Kontakte mit den Menschen aus der Region knüpfen konnte: „Wir konnten dadurch viel schneller in unserer neuen Heimat ankommen.“

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Vorarlberger Hochbaukunst

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