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„Es gibt keine Ausreden mehr“

28.05.2021 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Land wird bezüglich Kinderbetreuung in die Pflicht genommen.

Ein umfassendes Kinderbetreuungsangebot hat positive Effekte auf viele Bereiche des Lebens. Nicht nur indirekt auf Kind und Eltern, sondern auch auf Unternehmen und Arbeitgeber.

„Von einer erheblichen Verbesserung profitieren Kinder im Sinne von mehr Chancengerechtigkeit, Eltern durch mehr Wahlfreiheit und die Betriebe durch weniger Fachkräftemangel“, erklären der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Vorarlberg Martin Ohneberg und die Vorsitzende der Jungen Industrie (JI) Vorarlberg Katharina Rhomberg-Shebl. Das Duo nimmt die Vorarlberger Landesregierung in Bezug auf eine Verbesserung des Angebotes in die Pflicht. „Die Positionierung Vorarlbergs, 2035 der chancenreichste Lebensraum für Kinder zu sein, ist glasklar. Es gibt also keine vernünftigen Ausreden mehr“, lassen die Verantwortlichen in einer Aussendung wissen.

Markus Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg<span class="copyright"> Industriellenvereinigung Vorarlberg</span>
Markus Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg Industriellenvereinigung Vorarlberg

Vorbild Dänemark

Zwar habe es zuletzt eine positive Entwicklung gegeben, dennoch liege man laut IV im Bundesländervergleich nur im Mittelfeld. Ohneberg rät aber ohnehin davon ab, sich österreichintern Vorbilder zu suchen und schlägt einen Benchmark über den Grenzen vor. „In Dänemark hatten beispielsweise bereits 2018 über 63 Prozent der unter dreijährigen Kinder eine Betreuungsmöglichkeit, während es in Österreich lediglich 20 Prozent waren. Wir sind überzeugt, Angebot schafft Nachfrage und hilft allen“, sagt der IV-Präsident. Rhomberg-Shebl fordert ein Umdenken bei den handelnden Personen der Politik.

Katharina Rhomberg-Sheb, Vorsitzende der Jungen Industrie<span class="copyright"> Industriellenvereinigung Vorarlberg</span>
Katharina Rhomberg-Sheb, Vorsitzende der Jungen Industrie Industriellenvereinigung Vorarlberg

„Im Jahr 2021 sollte sich bei vielen politischen Entscheidungsträgern das Verständnis durchsetzen, dass jedes Kind grundsätzlich einen Anspruch auf einen reservierten, qualitativ hochwertigen Betreuungsplatz haben sollte.“ Möglich sollte ­dies für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr sein. Außerdem müssten die Schließtage der Kinderbetreuungseinrichtungen dringend reduziert und die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Im Vergleich zu Wien (sieben Schließtage) hat Vorarl­berg (27) fast vier Mal so viele Schließtage.
„Die Zeit ist reif für einen Mentalitätswechsel und signifikante Verbesserungen hin zu einer mutigen Modellregion für Kinderbetreuung in Vorarlberg“, sagen Ohneberg und Rhomberg-Shebl unisono.

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