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Historische Schifffahrt unter einem Dach

28.05.2021 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Bodensee-Dampfschiff "Hohentwiel".    <span class="copyright"> Philipp Steurer</span>
Das Bodensee-Dampfschiff "Hohentwiel". Philipp Steurer

Gesellschaftsstruktur für Hohentwiel und Oesterreich wurde beschlossen.

Die bisherige Gesellschaftsstruktur bei den beiden Schiffen war relativ komplex“, erklärt der Harder Bürgermeister Martin Staudinger, um dann einen kurzen Blick auf die Geschichte der beiden his­torischen Bodenseeschiffe, das Dampfschiff Hohentwiel und das Motorschiff Oesterreich zu werfen.

So sei vor 31 Jahren vom Hohentwiel-Verein in Hard eine Gesellschaft gegründet worden, an der die Gemeinde mehrheitlich mit gut 75 Prozent beteiligt war, erzählt der Bürgermeister. „Eine Beteiligung der Gemeinde war notwendig, um eine Konzession für die Schifffahrt zu erhalten“, erläutert er. Hard wurde somit zum Heimathafen.

Der Harder Bürgermeister Martin Staudinger.  <span class="copyright">Alexandra Serra</span>
Der Harder Bürgermeister Martin Staudinger. Alexandra Serra

Auch eine Tochtergesellschaft, die Gastro GmbH, wurde eingerichtet. Ein Rechnungshofbericht vor einigen Jahren zeigte dann zahlreiche Mängel in der Struktur auf, die sich zu gro­ßen Teilen auf die Gastro GmbH bezogen. Vor zwei Jahren kam es dann mit der Inbetriebnahme der Oesterreich zu einer Kooperation der beiden Schiffe in mehreren Bereichen. Die Gesellschaft der Oesterreich beteilig­te sich in der Folge auch an der Gastro-Gesellschaft.

„Letztlich hatten wir dann diese drei Gesellschaften mit unterschiedlichen Eigentümern“, schildert Staudinger die Situation. Bei der Hohentwiel kam es zuletzt allerdings zu Konflikten zwischen Aufsichtsrat und Geschäftsführung. Mit dem Ergebnis, dass Anfang des Jahres bekannt wurde, dass Geschäftsführer und Kapitän Adi Konstatzky zurückgetreten ist. Die Gastro GmbH war schon zuvor aufgelöst worden. Der Schweizer Benno Gmür übenahm in der Folge die Geschäftsführung interimistisch, mittlerweile ist er bestätigter Geschäftsführer.

Das restaurierte Motorschiff "Österreich".     <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Das restaurierte Motorschiff "Österreich". Dietmar Stiplovsek

Auch die Zusammenarbeit zwischen Hohentwiel-Betreibern und Oesterreich-Betreibern soll laut Staudinger in dieser Konstruktion nicht immer ganz friktionsfrei abgelaufen sein. Nun wurde aber mit der Historische Schifffahrt Bodensee GmbH eine Betreibergesellschaft installiert, in der alle zusammengefasst werden. Dafür gab es bei der Gemeindevertretungssitzung in Hard eine Zustimmung von 32 von 33 Stimmen. Die anderen Beteiligten hatten der Neustrukturierung bereits im Vorfeld zugestimmt.

Je 35 Prozent an der neuen Gesellschaft halten die beiden Eigentümer der Schiffe. Die Gemeinde Hard hat ihren Anteil auf zehn Prozent reduziert. Die restlichen 20 Prozent gehören der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt. „Die bringen das Know-how und den Zugang zum Schweizer Markt“, so der Bürgermeister. „Mir ist es wichtig, dass mit unserer Minderheitsbeteiligung gewährleistet ist, dass die Schiffe in Hard bleiben“, sagt Staudinger – und damit auch 30 Arbeitsplätze, Kommunalsteuern und die 33.000 Euro Liegeplatzgebühren im Jahr. Offiziell unterschrieben wird der neue Gesellschaftervertrag am kommenden Dienstag.

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