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“Keine Lösung ohne politische Maßnahmen”

28.05.2021 • 19:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beruflich ist der 25-Jährige als Diplomkrankenpfleger am LKH Hohenems tätig.       <span class="copyright">Paulitsch</span>
Beruflich ist der 25-Jährige als Diplomkrankenpfleger am LKH Hohenems tätig. Paulitsch

Johannes Hartmann ist das Gesicht von ­Fridays for Future Vorarlberg.

Aufgewachsen ist der heute 25-jährige Johannes Hartmann mit fünf Schwestern – drei älteren und zwei jüngeren – in Schoppernau im hinteren Bregenzerwald. Auf die Welt kam er im Februar 1996 in der Nachbargemeinde Au. Nach der Pflichtschule besuchte er das BORG in Egg, dem ein Freiwilligenjahr in Rumänien folgte. Dort hat er in Bukarest in einer Notschlafstelle gearbeitet – hauptsächlich in der Küche.

„Ich habe lange nicht gewusst, was ich beruflich machen will“, erzählt er. So ging es zunächst mal an die Universität Innsbruck, wo er Englisch und Russisch auf Lehramt studierte. Allerdings habe er dann gemerkt, dass das nicht das Richtige sei, sagt er. Ihm fehlte die Praxis. In Rumänien hatte er zudem festgestellt, dass er mit Menschen arbeiten wollte. Es folgte eine Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger an der Psychiatrischen Gesundheits- und Kranlenpflegeschule in Rankweil.

Zur Person

Geboren am 20. Februar 1996 in Au, aufgewachsen in Schoppernau. Borg Egg, Ausbildung an der Psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Rankweil. Seit April 2020 Diplomkrankenpfleger am LKH Hohenems, Aktivist Fridays for Future Vorarlberg.

Seit Mitte April vergangenen Jahres arbeitet Hartmann auf der Pulmologie am Landeskrankenhaus Hohenems. Ein Arbeitsbeginn, der mit dem ersten Lockdown im damaligen Covid-Krankenhaus zusammenfiel. „Es war schon belastend“, erinnert er sich an die Anfänge, vor allem die Situation mit der Isolation sei schwierig gewesen.

Zur Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future stieß er vor über eineinhalb Jahren. „Ich habe damals etwas gesucht, bei dem ich mich für die Zukunft engagieren konnte“, beschreibt er seine Motivation. „Wobei ich mir zuerst gedacht hab, dass ich für Fridays for Future vielleicht zu alt bin“, erzählt er mit einem Grinsen. Seiner E-Mail folgte eine Einladung zu einem Treffen und seither ist er dabei.

Johannes Hartmann bei einer der Aktionen von Fridays for Future.   <span class="copyright">Fridays for Future</span>
Johannes Hartmann bei einer der Aktionen von Fridays for Future. Fridays for Future

„Ich habe schon vorher im Alltag viel für den Klimaschutz getan. Ich habe kein Auto, schaue, was ich esse“, erzählt er. Und weiter: „Ich kann das alles tun, aber solange die Politik die Rahmenbedingungen nicht ändert, gibt es keine Lösung für die Klimakrise.“ Mit Fridays for Future gehe es nun darum, diesbezüglich Druck aufzubauen. Und er hat das Gefühl, dass das Engagement wirklich etwas bringt.

In die Rolle des Sprechers der heimischen Aktivisten ist er irgendwie reingerutscht, nachdem Vorgänger Aaron Wölfling im vergangenen Spätsommer nach Wien gegangen ist. Engagement und Beruf sind „ab und zu viel“, gesteht er, „aber es funktioniert“. In der Zeit, die dann noch bleibt, trifft er sich gern mit Freunden und Familie, geht spazieren und wandern oder spielt Gitarre und hört Musik. Für den Klimaschutz engagieren will er sich aber, so lange es geht.

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