Allgemein

Keine Strafe für missglückten Raub

28.05.2021 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann kam ohne Zusatzstrafe davon.  <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Mann kam ohne Zusatzstrafe davon. Hartinger

Keine Zusatzstrafe, weil 28-Jähriger für anderen Überfall streng bestraft wurde.

Mit seinem gescheiterten Überfall vom 24. Jänner 2015 auf einen Dornbirner Supermarkt hat der vorbestrafte 28-Jährige nach Ansicht der Richter einen versuchten schweren Raub begangen. Dafür beträgt der Strafrahmen 1 bis 15 Jahre Gefängnis. Dennoch sah der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher am Freitag am Landesgericht von der Verhängung einer Zusatzstrafe ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Richter hielten eine Bestrafung deshalb nicht für notwendig, weil der Angeklagte schon vier Tage nach dem missglückten Raub zusammen mit seiner damaligen Lebensgefährtin am 28. Jänner 2015 bei einem bewaffneten Überfall auf einen Taxifahrer in Lustenau 490 Euro erbeutet hat. Für den Taxiraub wurden die beiden Täter im März desselben Jahres am Landesgericht jeweils zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Rücksicht zu nehmen

Auf dieses Urteil hatten die Strafrichter am Freitag Rücksicht zu nehmen. Sie waren der Meinung, dass die Haftstrafe 2015 nicht höher ausgefallen wäre, wenn schon damals auch über den Raubversuch vom Supermarkt entschieden worden wäre. Zumal die Strafdrohung für schweren Raub seit 2016 nicht mehr als 5 bis 15 Jahre Haft beträgt.

Der von Zehra Yilmaz-Arslan verteidigte Angeklagte beantragte einen Freispruch. Aber der Schöffensenat hielt die belastenden Angaben der Ex-Lebensgefährtin des Angeklagten für glaubwürdig. Die 29-Jährige hatte im August 2019 angezeigt, ihr Ex-Partner habe ihr gegenüber 2015 schon wenige Stunden nach der Tat den Raubversuch zugegeben. Der Angeklagte sagte, es sei möglich, dass er ihr das gesagt habe. Er habe ihr aber mit der falschen Selbstbezichtigung nur als starker Krimineller imponieren wollen.

Die überfallene Kassierin ist 2016 gestorben. Sie sagte 2015 vor der Polizei, sie habe die Kassenlade zugedrückt und so verhindert, dass der ihr Pfefferspray ins Gesicht sprühende Täter daraus Geld nehmen konnte.