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Keine Vergewaltigung, aber Sex-Erpressung

28.05.2021 • 19:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Von der Vergewaltigung wurde der Dornbirner im Zweifel freigesprochen.  <span class="copyright">Hartinger</span>
Von der Vergewaltigung wurde der Dornbirner im Zweifel freigesprochen. Hartinger

26-Jähriger versuchte mit Erpressung Geschlechtsverkehr zu erzwingen.

Wegen Vergewaltigung und versuchter geschlechtlicher Nötigung einer 20-jährigen Bekannten wurde der 26-Jährige angeklagt. Vom schwerer wiegenden Vorwurf der Vergewaltigung mit einer Strafdrohung von zwei bis zehn Jahren Gefängnis, wurde der unbescholtene Angeklagte am Freitag am Landesgericht Feldkirch im Zweifel freigesprochen.

Schuldig gesprochen wurde der Dornbirner wegen versuchter geschlechtlicher Nötigung nach einer gescheiterten Erpressung zum nochmaligen Sex. Dafür wurde der unbescholtene Arbeitslose zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sechs Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt.

Das Urteil des Schöffensenats, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig, denn Staatsanwältin Julia Berchtold nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen für geschlechtliche Nötigung beträgt sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht einem Jahr Haft.

Anklage Vergewaltigung

In der Anklageschrift wurde dem Unterländer zur Last gelegt, er habe im September 2020 in seinem Bett eine 20-jährige Bekannte vergewaltigt. Demnach soll der Analverkehr zuerst einvernehmlich gewesen sein. Dann aber soll die junge Frau den Angeklagten mehrmals vergeblich darum gebeten haben, damit aufzuhören, weil der Sex für sie schmerzhaft war. Stattdessen habe der 26-Jährige der Anklage zufolge die Frau gewürgt und ihre Hände auf ihrem Rücken fixiert und bis zu seinem Orgasmus weitergemacht.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer hatte Zweifel an der Darstellung des mutmaßlichen Opfers und sprach den Angeklagten deshalb frei. Verteidiger Martin Kloser hatte gesagt, der Analsex sei bis zum Schluss einvernehmlich gewesen. Sie habe danach beim Angeklagten übernachtet.

Sexvideo

Im Oktober 2020 hat der Angeklagte der 20-Jährigen per Whatsapp geschrieben, er werde das von ihm aufgenommene Video vom gemeinsamen Sex veröffentlichen, wenn sie nicht noch einmal zu Analsex mit ihm bereit sei. Die junge Frau ließ sich nicht erpressen.

Wenige Wochen zuvor hatten sich der 26-Jährige und die 20-Jährige über eine Datingplattform kennengelernt, sagte Staatsanwältin Berchtold in ihrem Anklagevortrag. Sie hatten demnach mehrmals einvernehmlichen Sex. Dabei nahm er einmal ein Video auf. Sie schickte ihm Nacktbilder von sich.