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Die eigenen Füße in guten Händen

29.05.2021 • 20:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Mit viel Gefühl und Können widmet sich Sigrid Lechthaler den Füßen ihrer Kunden.<br><span class="copyright">Stiplovsek</span>
Mit viel Gefühl und Können widmet sich Sigrid Lechthaler den Füßen ihrer Kunden.
Stiplovsek

Sigrid Lechthaler hat sich in ihrem Haus ein Fußpflegestudio eingerichtet.

Man muss schon eine Affinität zu Füßen haben“, sagt Sigrid Lechthaler vergnügt. Die hat sie. Trotzdem war es für sie ein längerer Weg hin zu ihrem Traumberuf. Die inzwischen 49-Jährige hat zunächst die Ausbildung zur Maschinenschlosserin und Technischen Zeichnerin im Maschinenbau absolviert. Schließlich machte sie außerdem den Abschluss als landwirtschaftliche Facharbeiterin. Nach 30 Jahren in der Technik war die Zeit reif, etwas Anderes zu beginnen, sagt sie. Es war ihre eigene Fußpflegerin, die sie schließlich auf die Idee brachte, selbst diesen Beruf zu ergreifen.

„Man muss sich über jeden Fuß drüber trauen, auch wenn er schon aus der Socke blutet. Wenn man selbstsicher ist, überträgt sich diese Ruhe auch auf die Kundin, den Kunden. Man braucht ein gutes Auge und eine ruhige Hand, die Arbeit ist sehr filigran“, sagt Lechthaler.

Fußreflexzonenmassage

Die Hörbranzerin lebt seit 30 Jahren in Lochau, ihr Fußpflege-Studio hat sie barrierefrei im Erdgeschoss eingerichtet. „Mein Raum hier ist klein, aber fein“, sagt sie. Die Holzschränke sind weiß gestrichen, es gibt eine Theke und einen bequemen Behandlungsstuhl. Bei längeren Fußmassagen schaltet die Podologin gerne Entspannungsmusik ein, das kann Vogelgezwitscher oder Wasserplätschern ebenso sein wie ruhige Instrumentalklänge. Bei einem Masseur in Götzis hat sie die Fußreflexzonenmassage gelernt.

„Viele meiner Kundinnen und Kunden merken, dass es ihnen guttut, zu entspannen und loszulassen, zur Ruhe zu kommen. Durch die Berührung bestimmter Punkte am Fuß, die mit Organen im Körper korrespondieren, können außerdem Schlacken abgebaut werden. Manche Kunden buchen das Paket mit Fußpflege, Fußpeeling und dann noch eine Fußreflexzonenmassage. Sie sind fast den ganzen Vormittag bei mir, dafür nehmen sie sich gerne die Zeit.“

Für gepflegte Nägel ist Sigrid Lechthaler zuständig.<br><span class="copyright">Stiplovsek</span>
Für gepflegte Nägel ist Sigrid Lechthaler zuständig.
Stiplovsek

„Ich kam nach den Kartoffeln“

Ihre Füße in guten Händen zu wissen, das genießt auch Lechthalers Freundin Bettina Oppeneiger. Alle sechs Wochen setzt sie sich auf den Behandlungsstuhl in dem ruhig gelegenen Haus in Lochau. Die Selbstständige schneidet ihr nach dem Fußbad die Nägel, entfernt die Hornhaut mit dem Skalpell, lackiert die Nägel, und setzt Schmucksteinchen. „Ich war ­Sigrids erste Kundin“, sagt die Freundin. „Während der Ausbildung kamen die Kartoffeln dran, um das Hühneraugen-Entfernen zu üben, danach kam direkt ich dran“, sagt sie und lacht fröhlich. „Wenn man mal anfängt, zur Fußpflege zu gehen, wird das schnell eine regelmäßige Geschichte.“ Zu Lechthaler kommen auch ältere Menschen, für die die alltägliche Fußpflege beschwerlich geworden ist. Junge Leute, die sich beim Sport einen blauen Zeh geholt haben. Oder Kunden, die unter ­eingewachsenen Zehennägeln leiden.

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Entlastung ohne Krankenstand

„Das kann ganz schön wehtun“, sagt die Lochauerin. „Teilweise haben meine Kunden schon eine Schonhaltung angenommen, und Schuhe tragen ist unangenehm geworden.“ Für Kunden mit Rollnägeln und zur kosmetischen Korrektur hat sich die Fußpflegerin auf die sogenannte Spangentechnik spezialisiert. Bei den weniger gravierenden Fällen reicht ein Drahtgestell, das auf Zug gebracht und auf dem Nagel mit medizinischem Gel versiegelt wird. Bei den schwerwiegenderen Fällen, zum Beispiel zur Behandlung von Rollnägeln, werden zwei dünne Drähte geformt und mit Häkchen versehen, die unter die Nagelränder eingehängt werden. Die leichte Spannung, die entsteht, bringt den Nagel dazu, wieder gerade herauszuwachsen. Auf diese Weise muss der Nagel nicht gezogen werden, was Schmerzen und wochenlangen Krankenstand bedeuten würde. Mit der Spange lässt der Schmerz dagegen gleich nach, der Spangenträger kann sofort arbeiten, schwimmen, Skitouren gehen. Spangen können auch bei Kindern, auf den kleinsten Zehen und bei Allergikern gesetzt werden.

Handwerkliches Geschick

„Dafür braucht es ein gewisses handwerkliches Geschick. Schade finde ich allerdings, dass die Spangentechnik unter Fußpflegern nicht gerne angewendet wird. Es fehlt auch die Aufklärungsarbeit dem Kunden gegenüber“, sagt die Selbstständige.

In ihrem Fußpflege-Studio in Lochau empfängt die Hörbranzerin ihre Kunden.<br><span class="copyright">Stiplovsek</span>
In ihrem Fußpflege-Studio in Lochau empfängt die Hörbranzerin ihre Kunden.
Stiplovsek

Entsprechend hat sie auch Kunden aus Deutschland und der Schweiz. Ihre Ausbildung, auch den Meister, hat sie im Wifi in Inns­bruck absolviert. Nach wie vor sehen sich die Ausbildungsteilnehmerinnen – auch, um sich wechselseitig die Füße zu pflegen. „Ich habe zum Glück keine Problemfüße“, sagt Lechthaler verschmitzt. Dann gibt sie noch ein paar Tipps auf den Weg: „Bei Schweißfüßen oder wenn man lange in den Schuhen stehen muss, Zedernholzeinlagen verwenden. Baumwollsocken tragen und oft barfuß laufen. Hat man sich einen Fußpilz eingefangen, ist ein regelmäßiges Fußbad mit einem Schuss Apfelessig empfehlenswert, das tötet die Keime verlässlicher als jede Chemie.“ Sigrid Lechthaler selbst verwendet bei ihren Behandlungen hochwertige pflanzliche Fußcremes, für Fußpflege auf höchstem Niveau.

Sigrid Lechthaler

Podologische Fußpflegerin

0664-2315960

Kurzglend 8b, Lochau

meinefusspflegerin@gmail.com

Weitere Infos unter: www.epu.wko.at