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Ein Toter und 25 Menschen ohne Dach überm Kopf

02.06.2021 • 19:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Vogewosi-Wohnanlage in Bregenz-Vorkloster musste evakuiert werden. <span class="copyright">Shourot</span>
Die Vogewosi-Wohnanlage in Bregenz-Vorkloster musste evakuiert werden. Shourot

Brand in Bregenzer Wohnanlage: gesamtes Haus musste evakuiert werden.

Der nächtliche Brand in der Bregenzer Bachgasse 5 hat deutliche Spuren hinterlassen. Die Anfang der 1980er-Jahre erbaute und 2009 generalsanierte Vogewosi-Wohnanlage ist derzeit unbewohnbar, das halbe Dachgeschoss wurde ein Raub der Flammen, Brandgeruch liegt in der Luft. Rund 30 Menschen mussten evakuiert werden – wann sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist ungewiss. Fünf Bewohner erlitten eine Rauchgasvergiftung. Für eine Person – es soll sich um einen Mitfünfziger handeln – kam jede Hilfe zu spät. Der Mann konnte nur noch tot geborgen werden. Die Leiche sei bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, berichtete die Landespolizeidirektion in den Morgenstunden. Von der Staatsanwaltschaft wurde eine Obduktion zur Feststellung der Identität des Brandopfers angeordnet. Der Obduktionstermin stehe noch nicht fest, hieß es gestern. Die Brandursache ist ebenfalls noch unklar. Erste Vermutungen, wonach Benzin im Spiel gewesen sei, wollte die Polizei gestern offiziell nicht bestätigen.

<span class="copyright">Shourot</span>
Shourot

Großeinsatz

Der folgenschwere Brand dürfte kurz vor 2 Uhr ausgebrochen sein. Als die Feuerwehren am Ort des Geschehens eintrafen, stand das Dachgeschoss des Gebäudes bereits in Vollbrand. Einsatzleiter Dietmar Knauder von der Feuerwehr Bregenz-Rieden berichtete gegenüber ORF Radio Vorarlberg, dass durch die Flammen mehrere Personen eingeschlossen gewesen seien. Die betreffenden Bewohner seien in weiterer Folge über die Drehleiter in Sicherheit gebracht worden. Bei den Löscharbeiten standen bis zu 200 Feuerwehrleute mit 24 Fahrzeugen im Einsatz, die Rettung war mit insgesamt 20 Einsatzkräften vor Ort. Die Feuerwehr war bis in die Vormittagsstunden mit dem Löschen des Feuers beschäftigt, die nahegelegene ÖBB-Bahnlinie war bis zum frühen Vormittag gesperrt. Am späteren Vormittag nahmen dann die Brandermittler des Landeskriminalamtes (LKA) ihre Ermittlungstätigkeit an Ort und Stelle auf.
Welche Erkenntnisse die Beamten bei der Begehung des Brandortes gemacht hatten, wollte Polizeisprecherin Susanne Dilp auf Anfrage nicht verraten. Bei der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft Vogewosi, die sich ebenfalls bereits ein Bild von dem in Mitleidenschaft gezogenen Haus gemacht haben soll, war gestern Nachmittag auf Anfrage niemand zu erreichen. Die Schadenshöhe liegt demnach ebenso im Dunkeln wie die Brandursache.

Nächtlicher Brand in der Bregenzer Bachgasse: 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. <span class="copyright">Hartinger</span>
Nächtlicher Brand in der Bregenzer Bachgasse: 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Hartinger

„Haben schnell und unbürokratisch Notunterkünfte organisiert“

ürgermeister Michael Ritsch, der sich noch in der Nacht vor Ort ein Bild der Lage machte, spricht in einer schriftlichen Stellungnahme den zahlreichen und größtenteils ehrenamtlichen Helfern seinen „zutiefst empfundenen Dank für den mutigen und selbstlosen Einsatz“ aus. „Meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen der verstorbenen Person. Und allen Verletzten wünsche ich eine rasche Genesung“, so Ritsch.

Bürgermeister Ritsch informierte sich vor Ort über die Situation. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bürgermeister Ritsch informierte sich vor Ort über die Situation. Hartinger

Ein Teil der Bewohner, etwa zehn Personen, wurde im Gasthof Lamm untergebracht. Die restlichen Mieter verbrachten die Nacht bei Freunden und Verwandten. Ritsch betonte, dass die Stadt „schnell und unbürokratisch“ entsprechende Notunterkünfte organisiert habe. Wann die Mieter wieder in die Wohnungen zurückkehren können, ist derzeit noch unklar. Allfällige Ersatzwohnungen müssten jedenfalls von der Vogewosi bereitgestellt werden, ergänzte Stadtamtsdirektor Florian Bachmayr-Heyda auf Anfrage.

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