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­Naturnaher Weg mit 360-Grad-Panorama

03.06.2021 • 10:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Der Blick schweift über Feldkirch zum Ardetzenberg und Alpstein in der Schweiz mit Hohem Kasten.<br><span class="copyright">Hertha Glück</span>
Der Blick schweift über Feldkirch zum Ardetzenberg und Alpstein in der Schweiz mit Hohem Kasten.
Hertha Glück

Hertha Glück wanderte ab der Kirche in Göfis zum Waldrand und weiter zum Säntisblick.

Kurzbeschreibung:
Besonderes: Naturnaher Weg der Gegensätze: vorab nah des Ortes und dann tief im Wald, der wiederum ein 360-Grad-Panorama bietet

Anforderung und Gehzeit: In guten zwei Stunden werden knappe 200 Höhenmeter aufwärts und auch wieder abwärts überwunden

Markierungen: gelb-weiß

Charakter der Wege: Straße, Forst- und Waldwege

Tipp: bei jeder Witterung zu empfehlen

Kultur und Natur: Denkmäler in der Kirchstraße, Kath. Pfarrkirche Hl. Luzius mit Carl Lampert-Denkmal, Frühmesshaus, Pfarrhof, Gemeindeamt, Kapelle Hl. Sebastian, Naturvielfalt bei der Volksschule, Säntisblick, Hoher Sattel

Anziehen und mitnehmen: gutes Schuhwerk, Wetterkleidung

Einkehrmöglichkeiten: Göfis

Start und Ende: Parkplatz gegenüber der Kath. Pfarrkirche Hl. Luzius, Kirchstraße 8 in Göfis, Bushaltestelle

Gegenüber der Katholischen Pfarrkirche Hl. Luzius beim Parkplatz geht es gleich rechts hinauf in Richtung Säntisblick und Hoher Sattel. So gelangt man zur Volksschule Kirchdorf und genießt gleich eine besondere Naturvielfalt. Denn im Rahmen des Vernetzungsprojekts „in Zukunft bunt und artenreich“ wurde von Mitarbeitenden der Gemeinde eine naturnahe Verkehrsbegleitbegrünung mit heimischem Saatgut und Pflanzen angelegt.

Weiter geht es kurz die Badidastraße aufwärts, um dann gleich links in die Straße Senden abzuzweigen. Mit jedem Höhenmeter rückt das Dorf zurück und man gewinnt an Panorama. Hier zum Beispiel sieht man rechter Hand über die Felder hinaus bis nach Fraxern mit dem First. Wiederum weiter ansteigend stehen alte Obstbäume inmitten üppigen Blumenwiesen mit den Drei Schwestern im Hintergrund. In Bälde kann man links den Fußgängerweg nehmen. Ab der Bushaltestelle Kustergasse übernimmt stetig ansteigend die Ecktannenstraße und endet im leichten Linksbogen am Waldrand bei Rankgatter in der Höhe von 640 Metern.

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Hertha Glück

Talrinne von Valduna

Ein Blick zurück zeigt, dass Göfis auf einem Hochplateau zwischen der Ill und der Talrinne von Valduna liegt. Eingebettet in die weiten Fluren und Wälder auf der Sonnenseite im Panorama der Berge des Rätikons, der Schweizer Berge mit Alpstein, dem Rheintal, mit Blick auf die Walser Berge, dem Verwall im Montafon und Bergspitzen oberhalb des Brandnertals. Nicht alle Bergkämme zeigen sich gleich, sondern jeder Wald­ausblick offeriert einen kleinen Ausschnitt davon und wenn man wieder im Ort ist, hat man ein 360-Grad-Panorama erleben können.
Ein gemütlicher Forstweg leicht links ab bringt einen schnell in den schattigen Mischwald. Am Waldesrand begrüßen gleich zu Beginn Goldnesselmatten und junge Lärchen. Ab Bannholz steigt man über Stock und Stein direkt hinauf zum Säntisblick. Links blinzeln zwischen Tannen Schweizer Bergspitzen dem Wanderer entgegen. Rasch steht man oben auf der Felsenkante, gut geschützt von Holzgeländer, inmitten blühendem Stechlaub und einem famosen Ausblick. Zu Füßen Feldkirch-Altenstadt, Rankweil mit Rheintal bis Kummenberg. Links schweifen die Blicke über den Ardetzenberg zum Alpstein in der Schweiz mit Hohem Kas­ten.

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Hertha Glück

Richtung Runggels

Durch den Buchenwald wandert man abwärts zur Bruderebene und lenkt in Richtung Hoher Sattel. In 15 Minuten steht man unterhalb von einem geruhsamen Platz mit Kreuz und Bänken umschlossen von Wald. Dem Forstweg folgend erreicht man den Wegweiser Hoher Sattel (höchster Punkt) und hält sich in Richtung Runggels. In Kürze vollzieht der Forstweg eine Rechtskurve und bringt den Wanderer leicht abschüssig zurück nach Göfis. Linker Hand begleiten der First oberhalb von Fraxern das Laternsertal und Übersaxen mit dem Gulm. Dann wiederum blickt man über das Naturschutzgebiet Lang Wies hinauf zum Hügel der Heidenburg. Dahinter zeigen sich die mächtigen Bergspitzen des Montafons (Verwall) und abschließend des Rätikons.

Achtung: man geht nicht nach Runggels, sondern nimmt den Weg nach Göfis-Kirchdorf, der sehr gut angeschrieben ist. In Ecktanne nähert man sich wieder dem Dorf und schon steht man wieder am Waldesrand und kennt den Weg zurück ins Ortszentrum. Vielleicht bleibt noch Zeit zum Flanieren im Dorf.

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Hertha Glück

Ein Blick in die Chronik

Urkundlich wird Göfis erstmals im Rätischen Urbar (Güterverzeichnis) von 842 erwähnt. Im 12. bis ins 14. Jahrhundert gehörte Göfis zur montfortischen Grafschaft und teilte die politische Geschichte des Landgerichtes Rankweil-Sulz mit der Herrschaft Feldkirch und geht mit ihr auch nach dem Aussterben der Grafen von Montfort an Österreich über. Der Name Göfis stammt ursprünglich von „Segavio“ ab und ist ebenso wie der des örtlichen Burgnamens Sigberg vom keltischen „segos“ Sieg, Kraft und Stärke abgeleitet und bezeichnet eine befestigte Siedlung. Göfis ist aufgrund seiner Lage das Bindeglied zwischen den Regionen Vorderland-Feldkirch und Walgau.

Viele interessante Persönlichkeiten lebten und leben in Göfis:
Der selig gesprochene Dr. Carl Lampert (9. Jänner 1894 in Göfis geboren), war Proviakar in der Diözese Innsbruck und wurde nach mehreren KZ-Aufenthalten am 13. November 1944 in Halle wegen seiner Gegnerschaft zum NS-Regime hingerichtet. Der Künstler Harald Gfader wohnt seit mehreren Jahren in Göfis und hat auch das Konzept der Hausnummern- und Straßenbeschilderung der Gemeinde Göfis sowie die künstlerische Ausgestaltung des Konsumsaals geschaffen. Der Schauspieler Klaus Schöch wohnte dort bis zu seinem Tod im Jahr 2008. Seine Karriere startete er beim Kabarett ‚Die Wühlmäuse’. Jahrelang war er der ‚Nochejasser’ bei „Vorarlberg heute“. Weitere Engagements am Theater am Kirchplatz, Gastrollen beim Vorarlberger Landestheater, beim Residenztheater München, bei den Bregenzer Festspielen und am Theater in der Josefstadt in Wien. Die erfolgreiche Skifahrerin Katharina Liensberger wurde 1997 in Feldkirch geboren und wohnt seither in Göfis. Ihre größten sportlichen Erfolge holte sie bei der Weltmeisterschaft 2021 in Cortina d’Ampezzo: Gold im Slalom und Parallelbewerb, Bronze im Riesentorlauf.

Blumenkunde

Goldnessel (Galeobdolon luteum) ist eine Kriechstaude, oft wintergrün und erst ab dem zweiten oder dritten Jahr blühfähig. Liebt krautreiche Laubwälder und gedeiht auf basenreichen lockeren Böden. Schattenpflanze, Honigbienen als Bestäuber – und ein gutes Gemüse.

Goldnessel <span class="copyright">Hertha Glück</span>
Goldnessel Hertha Glück

Quellen: goefis.at, Taschenlexikon der Pflanzen, Ruprecht Düll/Herfried Kutzelnigg, Quelle & Meyer

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