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VW: E-Mobilität auf griechischer Insel

05.06.2021 • 11:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf Astypalea gehen die ersten Elektroautos an die Ladestationen
Auf Astypalea gehen die ersten Elektroautos an die Ladestationen VOLKSWAGEN

Astypalea soll komplett auf E-Mobilität und grüne Stromerzeugung umstellen.

Volkswagen und Griechenland wollen das Verkehrssystem der Mittelmeerinsel Astypalea komplett auf klimaneutrale Mobilität umstellen. Die Mobilität wird elektrisch, betrieben mit vor Ort produziertem grünem Strom. Neue Mobilitätsdienste wie Car und Ride Sharing sollen die bisherige, rudimentäre Buslinie ersetzen. In Summe soll so nicht nur die Mobilität verbessert werden, sondern auch die Zahl der Fahrzeuge auf der Insel um rund ein Drittel sinken.

Im Beisein von Premierminister Kyriakos Mitsotakis und Volkswagen-Chef Herbert Diess wurden jetzt die ersten E-Fahrzeuge in Betrieb genommen. Gleichzeitig gingen die ersten privaten und öffentlichen Ladepunkte ans Netz. „Astypalea ist ein Zukunftslabor für die Dekarbonisierung in Europa. Auf der Insel erforschen wir in Echtzeit, was die Menschen zum Umstieg auf die E-Mobilität bewegt und welche Anreize es für den Übergang zu einem nachhaltigen Lebensstil braucht“, sagt Diess zum Leuchtturmprojekt im Mittelmeer.

Die ersten E-Fahrzeuge kommen sowohl bei der Polizei als auch am Flughafen und bei der Inselverwaltung zum Einsatz. Der Verkauf an Privatkunden startet Ende Juni, zur Auswahl stehen der elektrische Kleinswagen e-Up!, der Kompakte ID.3 und das SUV ID.4 sowie der Elektroroller Seat Mó. Die griechische Regierung unterstützt den Umstieg auf die E-Mobilität zudem mit Kaufprämien.

Das Energiesystem der Insel soll in zwei Phasen auf erneuerbare Energien umgestellt werden: Bis 2023 wird ein neuer Solarpark rund 3 Megawatt Grünstrom liefern. Damit werden 100 Prozent des notwendigen Stroms für die E-Fahrzeuge und mehr als 50 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Inseln abgedeckt. Bis 2026 wird weiter ausgebaut – dann sollen rund 80 Prozent des gesamten Energiebedarfs gedeckt sein. Ein Batteriespeichersystem wird dabei helfen, das Netz stabil zu halten und den Solarpark maximal effizient zu nutzen. Bislang wird die Insel mit Strom aus Dieselgeneratoren versorgt.

Wissenschaftler der Universität Strathclyde (Schottland) und der Universität der Ägäis (Griechenland) werden die Transformation auf Astypalea begleiten und systematisch auswerten. Im Fokus der Studie stehen die Menschen von Astypalea und ihre Einstellungen zur Transformation. Die Ergebnisse sollen anschließend auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden und können anderen Regionen dabei helfen, den Übergang zur E-Mobilität zu beschleunigen.