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Hard ist zurück auf dem Handball-Thron

08.06.2021 • 08:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der neue österreichische Meister. <span class="copyright">Gepa</span>
Der neue österreichische Meister. Gepa

Mit Sieg gegen die Fivers sichert sich Hard siebten der Vereinsgeschichte.

von Christian Höpperger

Grenzenloser Jubel beim Alpla HC Hard, bittere Enttäuschung bei den Fivers Margareten. Der spusu-Liga-Meistertitel des verrückten und in die Geschichte eingehenden Corona-Jahres geht zum siebten Mal an die „Roten Teufel“. Nach dem 28:27-Zittersieg in der Sporthalle am See siegten die „Roten Teufel“ auch in der Wiener Hollgasse 29:26 (15:11) und beendeten mit dem 2:0 die Best-of-three-Serie vorzeitig.

Ivan Horvat wurde zum besten Legionär der Liga gewählt. <span class="copyright">Gepa</span>
Ivan Horvat wurde zum besten Legionär der Liga gewählt. Gepa

Hard startet perfekt

Der bessere Start in die Partie glückte den Hardern: Kapitän Dominik Schmid stellte auf 0:1 (1. Minute), nachdem Golub Doknic den ersten Fivers-Angriff entschärfte, erhöhte Luca Raschle mit frechem Heber gegen Wolfi Filzwieser auf 0:2 (2.). Die Hausherren verzeichneten einen überaus nervösen Start und eröffneten Hard mehrfach die Chance, sich abzusetzen. Doch auch Boris Zivkovic und Nejc Zmavc scheiterten frei vor Filzwieser – und so stand es nach vier Minuten statt 0:4 eben 2:2. Auch in der Folge ließen beiden Seiten spielerische Qualität vermissen, technische Fehler und Fehlwürfe prägten das Bild. Bei den Wienern lief kaum etwas zusammen, Hard konnte sich mit einem 4:0-Lauf durch Zmavc, Raschle, Schmid und Ivan Horvat bis zur neunten Minute auf 2:6 absetzen. Nach einer Auszeit von Fivers-Coach Peter Eckl kam etwas Beruhigung in den Angriff, nach 25 Minuten war seine Mannschaft auf 9:10 dran und in der Partie angekommen.

Kapitän Dominik Schmid biss die Zähne zusammen und lieferte ein gutes Spiel ab. Gepa
Kapitän Dominik Schmid biss die Zähne zusammen und lieferte ein gutes Spiel ab. Gepa

Dies war der Moment, an dem Hard-Trainer Mario Bjelis den Joker des ersten Spiels, Marko Krsmancic, erstmals einsetzte – es sollte bei einem Kurzeinsatz bleiben. Dann sorgte Fivers-Kreisläufer Tobi Wagner mit dem 11:12 (28.) für Jubelstürme beim Heimpublikum. Bis zur Pause verstummten diese allerdings jäh, denn Zmavc, Schmid und Horvat sorgten für die Harder 11:15-Pausenführung.

Der Vertrag von Trainer Mario Bjelis wurde trotz Meistertitel nicht verlängert. <span class="copyright">Gepa</span>
Der Vertrag von Trainer Mario Bjelis wurde trotz Meistertitel nicht verlängert. Gepa

Der Start in den zweiten Durchgang war ein Spiegelbild des ersten. Während die Margaretener weiterhin Ballverluste fabrizierten (14 bis zur 36. Minute), traf Hard nach Belieben und wollte den siebten Meistertitel im Eiltempo fixieren. Schmid zweimal, Robin Kritzinger und Horvat stellten auf 12:19 (37.) – zumindest die Vorentscheidung war gefallen. Eckl konnte auch mit seiner zweiten Auszeit keine Wende einleiten, die „Roten Teufel“ spielten nicht hochklassig, aber effektiv – 20 Minuten vor dem erlösenden Ende netzte Horvat unwiderstehlich zum 14:21 ein.

Fivers unterirdisch

Im wohl schlechtesten Spiel der ansonsten höchst erfolgreichen Saison fanden die Wiener weiterhin nicht annähernd ihre Normalform, Nationalspieler Lukas Hutecek (wechselt zum TBV Lemgo) etwa war völlig abgemeldet – zu groß war der Druck in diesem Spiel für ihn, aber auch für seine Mitstreiter. Und da auch das Torhüter-Duell ganz klar an Doknic ging, lag Hard nach 45 Minuten durch einen Schmid-Kracher erstmals mit zehn Toren in Führung (14:24). Nun konnten sich die Harder nur noch selbst schlagen, den Fivers half nur mehr ein Handball-Wunder. Tatsächlich fingen die Nerven der Harder nun an zu flattern. Urplötzlich zögerten die Vorarlberger im Angriff, ließen beste Chancen aus und verhalfen Margareten zur zweiten Luft. Mit einem 6:1-Lauf verkürzten die Hausherren von 14:24 (46.) auf 15:20 (53.). Nun waren Routine und Abgebrühtheit beim – noch – sechsfachen Meister gefragt.

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Nach einem unnötigen Foul von Thomas Weber samt Zwei-Minuten-Strafe und Siebenmeter waren Hutecek & Co. auf 23:26 dran, Bjelis nahm seine letzte Auszeit und verschaffte seinem taumelnden Team eine kurze Verschnaufpause. Sie reichte aus, um sich noch einmal zu besinnen und den schon sicher scheinenden Sieg das letzte Stück über die Ziellinie zu tragen. Zivkovic‘ 23:27 (58.) beruhigte die Harder Nerven, auch das 26:28 durch Damböck (60.) änderte nichts mehr am Ausgang der Partie. Der überragende Raschle besorgte das 26:29 – Endstand 27:29, roter Jubel setzte ein.

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