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Neue Chance für Disco-Betreiber

08.06.2021 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei einer Silvesterparty am 1. Jänner 2020 erlitt eine Frau schwere Verletzungen. <span class="copyright">Symbolbild/Steurer</span>
Bei einer Silvesterparty am 1. Jänner 2020 erlitt eine Frau schwere Verletzungen. Symbolbild/Steurer

Neuer Prozess: Umgefallener Heizstrahler verletzte Frau schwer.

Während einer Schlägerei in der Neujahrsnacht erlitt eine unbeteiligte Lokalbesucherin während der Party am 1. Jänner 2020 vor einer Lustenauer Diskothek schwere Verbrennungen am rechten Oberschenkel und am rechten Knie. Ein Heizstrahler war auf die 33-jährige Deutsche gefallen. Verletzt wurde auch ein 36-jähriger Gast. Er erlitt beim Versuch, den Heizstrahler von der Frau wegzuziehen, ebenfalls Brandwunden, am rechten Unterarm.

Bedingte Haftstrafe und unbedingte Geldstrafe

Unabsichtlich umgestoßen hatte den Heizstrahler ein 25-Jähriger, der den neuen Partner seiner Ex-Freundin bei der Schlägerei schwer verletzt hatte. Wegen schwerer Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung wurde der Vorbestrafte zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von sieben Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 5400 Euro (360 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt.

Das Oberlandesgericht Innsbruck hob das erste Urteil gegen den Disco-Geschäftsführer auf. <span class="copyright">Shutterstock</span>
Das Oberlandesgericht Innsbruck hob das erste Urteil gegen den Disco-Geschäftsführer auf. Shutterstock

Für den Unfall mit dem umgefallenen Heizstrahler wurde am Landesgericht Feldkirch im ersten Prozess auch der Disco-Geschäftsführer mitverantwortlich gemacht. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde über den unbescholtenen 42-Jährigen eine Geldstrafe von 2000 Euro (200 Tagessätze zu je zehn Euro) verhängt, davon 1000 Euro unbedingt. Der Betreiber der Diskothek habe gegen seine Sorgfaltspflichten verstoßen, weil er den Heizstrahler entgegen der Bedienungsanleitung nicht verankert, sondern nur auf Baumstümpfe gestellt habe, sagte der Richter.

Erstes Urteil aufgehoben

Das Oberlandesgericht Innsbruck hat das Urteil gegen den Geschäftsführer aufgehoben und eine neue Verhandlung am Landesgericht Feldkirch angeordnet. Weil nach Ansicht der Berufungsrichter nicht klar war, ob der Heizstrahler auch bei ordnungsgemäßer Befestigung umgefallen wäre.

Gutachten in Auftrag gegeben

Im neuen Prozess am Landesgericht gab der neue Strafrichter am Montag ein brandschutztechnisches Gutachten in Auftrag und vertagte dafür die Verhandlung auf unbestimmte Zeit.

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