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Nach versuchtem Überfall in Psychiatrie

09.06.2021 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Gerichtsverhandlung <span class="copyright">SHUTTERSToCK</span>
Gerichtsverhandlung SHUTTERSToCK

Psychisch kranker Syrer versuchte laut Urteil, mit Messer Cannabis zu rauben.

Auf unbestimmte Zeit wurde der Betroffene am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Dietmar Nußbaumer, mit dem der von Manuela Schipflinger-Klocker verteidigte Betroffene und Staatsanwältin Karin Dragosits einverstanden waren, ist bereits rechtskräftig.
Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der junge Syrer im Dezember 2020 im Vorderland versucht, einem Araber mit einem vorgehaltenen Küchenmesser Cannabiskraut gewaltsam wegzunehmen. Das Opfer konnte aber mit dem Rauschgift die Flucht ergreifen, sodass der Angreifer nichts erbeutet hat. Wäre er zurechnungsfähig gewesen, wäre der Täter wegen versuchten schweren Raubes mit einem Strafrahmen von 1 bis 15 Jahren Gefängnis belangt worden. Der Syrer war aber wegen seiner psychischen Erkrankung nicht zurechnungsfähig.

Psychiatrisches Gutachten

Das Gericht stützte sich dabei auf das von der Staatsanwaltschaft eingeholte psychiatrische Gutachten von Reinhard Haller. Demnach stand der Betroffene zur Tatzeit unter dem Einfluss einer paranoiden Schizophrenie und wusste nicht, was er tat. Ohne stationäre psychiatrische Behandlung wäre nach Ansicht des Sachverständigen zu befürchten, dass der psychisch Kranke weitere schwere Straftaten begeht.

Der Betroffene bestritt die ihm zur Last gelegte Tat. Seine Anwältin beantragte die Abweisung des staatsanwaltschaftlichen Antrags auf Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einem psychiatrischen Gefängnis. Die Richter hielten aber nur die Angaben des mutmaßlichen Opfers für glaubwürdig.
Wie lange er in der Psychia­trie bleiben müsse, fragte der Syrer am Schluss der Gerichtsverhandlung. Das werde jetzt noch nicht entschieden, antwortete Richter Nußbaumer. Das hänge vom Verlauf der psychiatrischen Behandlung ab.