Allgemein

Tomaselli favorisiert die Doppelspitze

09.06.2021 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
NEUE-Titelseite-Grüne-NEU
NEUE-Titelseite-Grüne-NEU

Die Landesversammlung soll am 26. Juni die neue Parteispitze wählen.

Daniel Zadra gibt sich noch bedeckt, was die Nachfolge von Landessprecher Johannes Rauch und dessen Stellvertreterin Katharina Wiesflecker an der Spitze der Vorarlberger Grünen betrifft. Die Funktion des Landessprechers sei spannend aber auch herausfordernd, so der Klubobmann der Grünen im Landtag. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 19. Juni. Er will sich eine Kandidatur bis dahin „sehr gut überlegen.“

Doppelspitze zeichnet sich ab

Dass eine Doppelspitze gewählt wird, ist wahrscheinlich. Die Statuten waren erst im März entsprechend geändert worden. Als mögliche zweite Sprecherin wird die Harder Gemeinderätin und stellvertretende Klubobfrau Eva Hammerer gehandelt. Auch sie überlegt noch, ob sie kandidieren möchte. Einer Doppelspitze kann sie jedenfalls etwas abgewinnen. Ob sie mit Zadra diesbezüglich bereits gesprochen hat? „Natürlich reden wir alle laufend über das Thema.“
Landesrat Rauch will jedenfalls keine Empfehlungen abgeben: „Ich habe dafür gesorgt, dass wir viele gute Kandidatinnen und Kandidaten haben. Es liegt an ihnen, sich zu bewerben. Ich werde sicher keine Vorlieben äußern oder Vorgaben machen. Das führt nur zu Stress, weiß der Altbauer.“

Doppelkandidatur

Nach dem Statut der Vorarlberger Grünen kann eine Doppelspitze gemeinsam kandidieren. Treten laut Wahlordnung zwei Kandidaten „gemeinsam als Doppelspitze an, gelten diese nach Bestätigung durch die Landesversammlung als eine „Person“ und werdengemeinsam gewählt.“ Die beiden Landessprecher müssen eine schriftliche Aufgabenteilung vornehmen, die der Landesvorstand zu bestätigen hat.

Zadra streut dem scheidenden Führungsduo dennoch Rosen. Rauch und Wiesflecker hätten „Großartiges für die Grünen in Vorarlberg geleistet“. Sie hätten auch „gut vorgelebt“, dass eine Doppelspitze durchaus möglich sein könne.
Im Nationalratswahlkampf 2017 waren die Grünen mit Ulrike Lunacek und Ingrid Felipe als Kandidatenduo allerdings am Einzug gescheitert. Zwei Landessprecher wären für Zadra dennoch eine Bereicherung und „eine Möglichkeit, Dinge weiterzuentwickeln“. Auch wenn es in weiterer Folge natürlich Diskussionsbedarf gebe, stehe er dem Konzept jedenfalls offen gegenüber. So sieht es auch die Vorarlberger Nationalratsabgeordnete und Feldkircher Stadtvertreterin der Grünen, Nina Tomaselli: „Eine Doppelspitze bringt viele Vorteil mit sich: Man kann Freude, Stress und Herausforderung, die so eine Spitzenfunktion mit sich bringen, auf zwei aufteilen und bekommt gleichzeitig doppelte Stärke und Elan.“

Unterstützung aus Wien

Nina Tomaselli hält Daniel Zadra und Eva Hammerer für ein geeignetes Duo.<span class="copyright"> HArtinger </span>
Nina Tomaselli hält Daniel Zadra und Eva Hammerer für ein geeignetes Duo. HArtinger

Für sie selbst komme eine vollständige Rückkehr nach Vorarlberg derzeit aber nicht infrage, erklärt Tomaselli: „Ich bin glücklich und ausgelastet mit der Kontrollarbeit im Untersuchungsausschuss und den parlamentarischen Aufgaben im Nationalrat. Dazu kommt noch mein Engagement in der Kommunalpolitik in Feldkirch, das ging und geht ohnehin weiter.“ Was eine mögliche Kandidatur Zadras und Hammerers betrifft, verweist sie auf die nach wie vor offene Bewerbungsfrist. Wer kandidieren werde, sei noch nicht geklärt. Die Frage, ob der derzeitige Klubobmann und seine Stellvertreterin ein gutes Duo für die Spitze der Vorarlberger Grünen wären, will sie aber eindeutig bejahen.

„Ich denke, dass Eva Hammerer und Daniel Zadra ein gutes Duo an der Spitze der Grünen wären.“

Nina Tomaselli, Nationalratsabgeordnete

Sanfter Wechsel

Eine vorzeitige Ablöse von Wiesflecker und Rauch als Regierungsmitglieder stellt die grüne Nachwuchsgeneration geschlossen in Abrede. Für Zadra ist es „überhaupt nicht problematisch“, dass beide noch bis Ende der Gesetzgebungsperiode im Amt bleiben wollen. Man befinde sich krisenbedingt „nicht in ganz normalen Gewässern“, da erweise sich die langjährige Erfahrung Rauchs und Wiesfleckers als sehr wertvoll. Auch Tomaselli verweist auf die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise: „Johannes Rauch und Katharina Wiesflecker haben viel Erfahrung und leisten hier hervorragende Arbeit.“

Die Landesversammlung der Grünen setzt sich aus den Mitgliedern der Landesorganisation und Delegierten von Ge-meindegruppen, Teilorganisationenund nahestehenden Organisationenzusammen.

Rauch selbst möchte nach Möglichkeit bis zur Wahl im Amt bleiben: „Das habe ich vor, den Takt gibt meine Gesundheit vor, das habe ich demütig gelernt.“
Zadra freut sich außerdem, dass Wiesflecker und Rauch weiterhin für den Landesvorstand kandidieren wollen. Dadurch werde ein „guter Übergang“ gewährleistet. Der Grüne Landtagsklub habe sich nach der letzten Wahl 2019 stark verjüngt und man habe mittlerweile ein gutes Team aufgebaut. Für Zadra „stellt sich nicht die Frage“ nach einer vorzeitigen Ablöse von Rauch und Wiesflecker.