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Corona ließ sich im Abwasser nachweisen

11.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Umweltinstitut
Umweltinstitut

Abwässer von 200.000 Vorarlbergern auf das Corona-Virus untersucht.

Was international bereits mehrfach bewiesen wurde, zeigte sich auch bei der Auswertung von Vorarl­berger Abwasserproben seit dem Sommer 2020: Das Sars-CoV-2-Virus, das die Covid-19- Erkrankung auslöst, war darin nicht nur nachweisbar, sondern folgte in seiner Konzentration auch der Inzidenz. So wurde die höchste Viruslast Anfang November etwas zeitversetzt vor der zweiten Welle gemessen.

Überwachungsmaßnahmen

Die Messungen wurden vom Vorarlberger Umweltinstitut durchgeführt und erfassten eine Bevölkerungsgruppe von rund 200.000 Menschen. In das vielfältige Aufgabengebiet des Umweltinstituts fallen die Kontrollen im Lebensmittel- und Trinkwasserbereich, die Bäderkontrollen, die Überwachung der Umweltmedien Luft, Wasser und Boden sowie spezielle Themen aus dem Chemikalienbereich. „Ein gesundes Leben ist nur in einer gesunden Umwelt möglich“, so Landesrätin Martina Rüscher bei der aktuellen Ergebnisse.

Das Programm zur Überwachung der Viruslast im Abwasser wurde in Kooperation mit dem Institut for Mikrobiologie der Universität Innsbruck und der Akademie der Wissenschaften in Wien durchgeführt.
Neben der landesweiten Spitze im vergangenen November zeigte sich dabei vor allem ein beachtlicher Ausschlag in der Virenkonzentration in Proben des Abwasserverbands Leiblachtal Ende März des heurigen Jahres. Auch die Hofsteiggemeinden hatten Mitte April mit einer erhöhten Virenlast zu kämpfen. Die jüngsten Daten zeigen einen deutlichen Rückgang der Covid-Abwasserwerte, die Untersuchungen werden weitergeführt.

Saubere Badegewässer

In anderen Untersuchungsbereichen hat das Umweltinstitut erfreulicheres zu berichten. So blieb die Ozonbelastung im vergangenen wie im laufenden Jahr unter der Informationsschwelle. Auch die heimischen Badegewässer können aktuell mit guten Noten auftrumpfen. Beim Strandbad in Lochau, dem Wocherhafen in Bregenz und am Alten Rhein in Lustenau wies die Wasserqualität zuletzt nur auf eine gute Badeeignung hin, wobei es sich um eine temporäre Herabstufung aufgrund der hohen Niederschlagsmengen der letzten Tage handelt. An den übrigen 13 Messpunkten im Land war sie sogar ausgezeichnet.

Lebensmittel im Fokus

Jährlich untersucht das Institut außerdem rund 3000 Lebensmittel- und Trinkwasserproben, so dessen Leiter Dietmar Buhmann: „Zahlreiche Schadstoffe sind hierbei im Sinne des Vorsorgeprinzips im Fokus.“ Seit geraumer Zeit wird europaweit den fluorierten Kohlenstoffverbindungen aufgrund ihres Gefährdungspotenzials besonderes Augenmerk geschenkt, die Risikobewertung durch die europäische Lebensmittelbehörde EFSA wurde jüngst wesentlich verschärft.

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