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Ein Buch für Kinderherzen

13.06.2021 • 18:00 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
"Ein Touchdown für Olivia" sollte der bislang größte literarische Erfolg für die Götzner Bestseller-Autorin Christine Troy werden. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
"Ein Touchdown für Olivia" sollte der bislang größte literarische Erfolg für die Götzner Bestseller-Autorin Christine Troy werden. Klaus Hartinger

Autorin Christine Troy (39) nützt ihren Erfolg, um krebskranken Kindern zu helfen.

Schreiben bedeutet für mich Freiheit. Doch nicht nur die Freiheit, meine Schreibzeiten selbst einteilen zu können. Sondern vor allem die Freiheit, beim Schreiben meiner Fantasie freien Lauf lassen zu können“, erklärt Christine Troy, mehrfach prämierte Bestseller-Autorin aus Götzis. Ihr ist die Leidenschaft für ihre Berufung anzumerken. Doch das war nicht immer so.

Vom Lesemuffel zur Autorin

Auf die Frage, ob Christine Troy schon immer davon geträumt hatte, Schriftstellerin zu werden, antwortet die heute 39-Jährige bestimmt: „Nie im Leben! Ich war ein unverbesserlicher Lese- und Schreibmuffel. Wenn ich als Kind ein Buch für die Schule lesen musste, habe ich gerade einmal den Anfang und das Ende überflogen – das musste reichen. Ehrlich, ich habe Lese-Hausaufgaben gehasst.“ Und das sollte auch lange Zeit so bleiben.

Lesen war der heutigen Bestseller-Autorin lange Zeit verhasst. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Lesen war der heutigen Bestseller-Autorin lange Zeit verhasst. Klaus Hartinger

Troy befand sich bereits in ihren späten Zwanzigern, als sich ihre Meinung änderte. Jedoch nicht etwa aufgrund eines spannenden Stephen-King-Thrillers. Auch Goethe, Shakespeare oder Kafka hatten nichts damit zu tun. Ihre ersten literarischen Schritte machte die gelernte Einzelhandelskauffrau in einem völlig anderen Terrain: nämlich in Form des Online-Rollenspiels „World of Warcraft“.

Es begann mit „World of Warcraft“

„Ich war Mitglied einer Gilde, die regelmäßig in ihrem Forum die gemeinsam erlebten Abenteuer als Geschichten niederschrieb. Ich liebte es, über epische Kämpfe gegen Drachen und Dunkeleisenzwerge zu schreiben“, erinnert sich die zweifache Mutter zurück. Doch irgendwann stellte sie fest, dass nach ihren Beiträgen plötzlich keine mehr der anderen folgten.

Erst in ihren späten Zwanzigern entdeckte Christine Troy ihre Leidenschaft für Bücher. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Erst in ihren späten Zwanzigern entdeckte Christine Troy ihre Leidenschaft für Bücher. Klaus Hartinger

Eines Tages ging sie der Sache auf den Grund, hakte bei ihren Teamkollegen nach, warum keiner außer ihr mehr an den Geschichten arbeitete – und erhielt darauf eine überraschende Antwort. Die anderen waren von Troys professionell wirkendem Schreibstil eingeschüchtert, hielten sie für eine erfahrene Autorin. Dabei hatte die 39-Jährige bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Buch freiwillig in die Hand genommen – geschweige denn darüber nachgedacht, selbst eines zu schreiben.

„Oma weiß es eben am besten“

„Belustigt erzählte ich meiner Großmutter davon, die über diese Annahmen jedoch keineswegs überrascht zu sein schien. Ganz im Gegenteil sogar, sie war schon immer von meinen schriftstellerischen Fähigkeiten überzeugt gewesen.“ Und ganz nach dem Motto „Oma weiß es nun einmal am besten“ redete diese so lange auf ihre Enkelin ein, bis diese ihr tatsächlich versprach, sich an einem Buch versuchen zu wollen. Also tat sie, wie ihr geheißen, und schrieb drauf los.

2015 machte sich Troy als Autorin selbstständig. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
2015 machte sich Troy als Autorin selbstständig. Klaus Hartinger

„Zehn Monate später konnte ich die vier magischen Buchstaben – ENDE – unter mein Erstlingswerk setzen – ein Jugendfantasy-Roman namens ‚Nibelar – Das Bündnis‘. Ich fand einen kleinen Verlag, der die Geschichte vertrieb, und hielt erste Lesungen an Schulen“, erinnert sich die Götznerin an den Beginn ihrer rasanten Karriere.

Beginn einer steilen Karriere

Dann ging alles ganz schnell. Eine Gesichte nach der anderen brachte die junge Schriftstellerin zu Papier. 2015 folgte der erste große Erfolg: Ihr Roman „Honigfarben – Heimliche Lust“ wurde zum WKO-Bestseller gekürt. Es sollte die erste Auszeichnung von vielen noch kommenden werden. „Von da an hatte ich Blut geleckt.“

Die Liste Troys literarischer Werke ist lang. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Liste Troys literarischer Werke ist lang. Klaus Hartinger

Die zweifache Mutter machte sich als Autorin selbstständig, versuchte sich in den verschiedensten Genres und fand ihren literarischen Schwerpunkt im Bereich der Sports-Romance. Diese thematische Wandlungsfähigkeit tat der Erfolgssträhne der 39-Jährigen keinerlei Abbruch. Ganz im Gegenteil: Es hagelte weitere Ehrungen für ihre Werke. „2019 gewann mein Roman ‚Iced Heart‘ den Bild-Bestseller, und bald darauf wurde meine Geschichte ‚Love Interference‘ mit einem Skoutz Award ausgezeichnet.“

Ein Bestseller nach dem anderen

Auszeichnung um Auszeichnung sahnt die Götznerin mit ihren literarischen Werken ab. Sich auf ihrem Ruhm auszuruhen, kommt für die Schriftstellerin jedoch nicht infrage: „Einen Bestseller zu schreiben ist immer wieder ein unglaubliches Gefühl. Ich habe jedes Mal Herzflattern und grinse tagelang wie ein Honigkuchenpferd.“

Ihren Erfolg nahm die zweifache Mutter niemals für selbstverständlich an. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Ihren Erfolg nahm die zweifache Mutter niemals für selbstverständlich an. Klaus Hartinger

So erkannte Troy ihren Erfolg auch zu keinem Zeitpunkt für selbstverständlich an: „Mir ist klar, dass der Buchmarkt hart umkämpft ist, und ich bin sehr dankbar dafür, dort zu sein, wo ich heute bin.“ Doch der bislang größte literarische Erfolg Troys sollte noch folgen.

Alles begann mit einer Nachricht

„Eines Tages erhielt ich eine Nachricht von der bayrischen Autorin Allie Kinsley. Sie schlug mir ein gemeinsames Projekt mit ihr und zwei weiteren begnadeten Schriftstellerinnen – Aurelia Velten und Saskia Louis – vor. So war die Idee unserer gemeinsamen Sports-Romance-Reihe ‚Touchdown‘ geboren.“ Begeistert von dieser Idee, willigte die Götznerin sofort ein, und so setzte sich jede der vier wortgewandten Damen an ihren eigenen Band der vierteiligen Buchserie.

Auszeichnung um Auszeichnung sahnt die Götznerin mit ihren literarischen Werken ab. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Auszeichnung um Auszeichnung sahnt die Götznerin mit ihren literarischen Werken ab. Klaus Hartinger

Und die gemeinsame Arbeit sollte reichlich Früchte tragen. Die Saga stürmte die Amazon Charts, räumte Bestseller um Bestseller ab. Alleine der von Troy zur Reihe beigesteuerte Teil „Ein Touchdown für Olivia“ hielt sich vier Wochen lang in den Top 20 der Amazon-Kindle-Charts, wurde außerdem als Bestseller in den Kategorien Sportromane, New Adult, Junge Erwachsene sowie Liebesromane ausgezeichnet. Ein echter Erfolg!

Schreiben für den guten Zweck

Sich auf ihren beachtlichen Auszeichnungen auszuruhen und entspannt die Füße hochzulegen, kam jedoch weder für die Vorarlbergerin noch für ihre Kolleginnen infrage. So entstand die Idee, den eigenen Erfolg für etwas Sinnvolles zu nutzen. Und gesagt, getan. Jede der vier Autorinnen steuerte zwei Kapitel für den fünften Band der Saga bei, die sich mit der weiteren Zukunft der aus den ersten vier Bänden bekannten Charaktere beschäftigt.

Alleine der von Troy zur Reihe beigesteuerte Teil „Ein Touchdown für Olivia“ hielt sich vier Wochen lang in den Top 20 der Amazon Kindle-Charts. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Alleine der von Troy zur Reihe beigesteuerte Teil „Ein Touchdown für Olivia“ hielt sich vier Wochen lang in den Top 20 der Amazon Kindle-Charts. Klaus Hartinger

Das fertige Ergebnis unter dem Titel „Ein Touchdown für Kinderherzen“ ist seit 1. Juni als E-Book oder Taschenbuch auf Amazon erhältlich. Alle Einnahmen der Bonus-Story kommen einem kariativen Zweck zugute. „Da sich zwei der Protagonistinnen unserer Bücher für krebskranke Kinder einsetzen, fanden wir es passend, mit den Einnahmen die Österreichische Kinder-Krebs-Hilfe und das Mutperlen-Projekt der Deutschen Kinderkrebsstiftung zu unterstützen“, erklärt Troy den Zweck der Spendenaktion.

Emotionaler Hintergrund

Ein Hintergrund, der auch im Herzen der 39-Jährigen einen besonders emotionalen Stellenwert einnimmt: „In den vergangenen Jahren musste ich zwei geliebte Menschen an den Krebs verlieren. Diese Krankheit ist schrecklich, und ich finde es besonders schlimm, wenn sie die Kleinsten unter uns trifft. Darum haben wir uns mit der Spendenaktion diesem Thema angenommen.“

Den eigenen Erfolg zu nutzen, um anderen in einer so schwierigen Lebenssituation eine Stütze zu sein, das ist das Ziel von Troy und ihren Schriftsteller-Kolleginnen. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Den eigenen Erfolg zu nutzen, um anderen in einer so schwierigen Lebenssituation eine Stütze zu sein, das ist das Ziel von Troy und ihren Schriftsteller-Kolleginnen. Klaus Hartinger

Den eigenen Erfolg zu nutzen, um anderen in einer so schwierigen Lebenssituation eine Stütze zu sein, das ist das Ziel des Autorinnen-Quartetts. Aus diesem Grund lautet der klare Appell der Götznerin an ihre Leser:
„Meinen Autorenkolleginnen und mir ist es ein Anliegen, so viel wie möglich für die tapferen kleinen Kämpfer zusammenzubekommen. Jeder Kauf, ob E-Book oder Print zählt, und freut uns von Herzen!“