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Was tun gegen hohe Preise beim Wohnen?

14.06.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Bahnhof in Feldkirch entstanden auch geförderte Wohnungen, die Mieten bleiben landesweit dennoch hoch.<span class="copyright">Hartinger</span>
Am Bahnhof in Feldkirch entstanden auch geförderte Wohnungen, die Mieten bleiben landesweit dennoch hoch.Hartinger

Eigentumswohnungen wurden 2020 um 16 Prozent teurer.

Vorarlberg weist nach Salzburg die höchsten Quadratmetermieten unter den Bundesländern auf. Auch die Preise für Immobilienkäufer schießen in den Himmel. Eine Studie von Raiffeisen Research zeigt die Entwicklung für das vergangene Jahr auf: Wohnungen wurden um 16 Prozent, Einfamilienhäuser um ein Zehntel teurer.

Nirgendwo sonst in Öster­reich kosten Wohnungen mehr. Das Gefälle ist 2020 nochmals größer geworden. Gleichzeitig steht den Vorarlbergern nach den Wienern die geringste Wohnfläche pro Person zur Verfügung – 2,7 Quadratmeter weniger als im Bundesschnitt.

SPÖ will Deckel und Abgabe. In der Debatte über mögliche Gegenmaßnahmen fordert die Vorarlberger SPÖ nun eine Leerstandsabgabe und einen Mietpreisdeckel. Ziel sei es, dass „die Mieten nicht mehr als ein Drittel des durchschnittlichen Haushaltseinkommens betragen.“

Land nicht zuständig

Für die vorgeschlagenen Maßnahmen ist das Land aber nicht zuständig. Das Mietrecht ist ebenso Bundessache wie die Einhebung einer Leerstandsabgabe. Der Verfassungsgerichtshof hob 1985 ein entsprechendes Wiener Landesgesetz auf, weil dieses „einen Übergriff auf das Gebiet der Wohnraumbewirtschaftung“ und damit einen Eingriff in die Gesetzgebungskompetenz des Bundes dargestellt hatte. Die SPÖ will im Landtag dennoch einen Antrag einbringen, in dem „die Entwicklung eines Modells für eine Leerstandsabgabe vorgeschlagen wird“. Dadurch stünden in Vorarlberg mit einem Schlag mehrere Tausend Wohnungen mehr zur Verfügung. „Durch mehr Angebot am Markt würden die Mietpreise insgesamt sinken.“

Weitere Preistreiber

Die steigenden Mieten sind aber auch eine Folge der steigenden Kaufpreise. „Die hohen Preise im Westen kommen nicht von ungefähr“, erläutert Raiffeisen-Vorstand Wilfried Hopfner. „Vielmehr spiegeln sie die gute wirtschaftliche Lage, das überdurchschnittliche Einkommen und die dynamische Bevölkerungsentwicklung wider.“ Die Angst vor der Inflation dürfte die Preise 2021 noch weiter steigen lassen. Bisher hatte die Corona-Krise dafür gesorgt.

Keine Entspannung in Sicht

Bei Neubauten lassen zudem die globalen Lieferengpässe die Preise für Baumaterialien in die Höhe schnellen, was nicht folgenlos für die Angebotspreise bleiben dürfte. „Die Globalisierung macht nicht vor den österreichischen Baustellen halt“, so Matthias Reith, Ökonom bei Raiffeisen Research.

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