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Trainer vergriff sich an Sportlerin (11)

14.06.2021 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt.      <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Mann wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt. Hartinger

18 Monate Gefängnis, davon sechs Monate unbedingt für 59-Jährigen.

Rund ein Dutzend Übergriffe auf seine anfangs elfjährige und zuletzt zwölfjährige Sportlerin hat der angeklagte Kampfsporttrainer nach Ansicht der Richter zwischen Jänner und Oktober 2020 begangen.

Demnach hat der 59-Jährige Unterländer dem Mädchen an die Brust und an den Hintern gegriffen, auch unter der Kleidung, bei der Begrüßung, der Verabschiedung und sogar während des Trainings.

Nicht rechtskräftig

Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate Haft. Als zusätzliches Teilschmerzengeld zu den bereits bezahlten 4000 Euro hat der Angestellte dem mutmaßlichen Opfer weitere 4000 Euro zukommen zu lassen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwältin Julia Berchtold nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Widersprüchlich

Der Schuldspruch erfolgte wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis.

Freigesprochen wurde der Angeklagte vom Vorwurf, er habe auch die ebenfalls von ihm trainierte Schwester des Mädchens missbraucht. Für einen Schuldspruch waren den Richtern die Angaben des unmündigen Mädchens zu widersprüchlich. Angeklagt waren dazu zwei Übergriffe, einer auf die Brust und einer auf den Hintern.

Die Richter hielten die belastenden Angaben des anderen Mädchens für glaubwürdig. Der Angeklagte bekannte sich dazu teilweise schuldig. Er sagte, er habe ihr einmal an die Brust und einmal an den Hintern gegriffen. Am anderen Mädchen habe er sich jedoch nicht vergriffen.

Fachärztliche Behandlung

Verteidiger Jan Rudigier sagte vor Gericht, sein Mandant habe sich in einer Liebesbeziehung mit dem elfjährigen Mädchen befunden. Im Internetchat hätten sich der verheiratete Familienvater und die Unmündige wechselseitig ihre Liebe gestanden. Der Angeklagte wisse, dass er sich falsch verhalten habe, obwohl die Übergriffe im Einvernehmen mit dem Mädchen passiert seien. Er habe deshalb schon vor dem Strafprozess freiwillig 4000 Euro an Schmerzengeld bezahlt.

Unter seinem Fehlverhalten leide auch der Angeklagte selbst, berichtete dessen Rechtsvertreter. Er sei derart betroffen, dass er fachärztliche Behandlung in Anspruch nehme. Der Angeklagte sei inzwischen arbeitsunfähig.

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