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Corona-Krise konnte i+R nichts anhaben

16.06.2021 • 20:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der geplante Zubau am i+R Campus in Lauterach.<span class="copyright">Juniwind</span>
Der geplante Zubau am i+R Campus in Lauterach.Juniwind

Gruppenumsatz stieg um mehr als zehn Prozent auf über 700 Millionen Euro.

Jetzt werden 6,3 Millionen Euro am Stammsitz in Lauterach investiert – zukünftig soll dort der i+R Campus entstehen. Reinhard Schertler und Joachim Alge, die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Firmengruppe i+R mit Hauptsitz in Lauterach, war die Freude und Aufbruchsstimmung bei ihrer erstmals durchgeführten Bilanzpressekonferenz regelrecht anzusehen.
Besonders erfreulich war dabei der Umstand, dass die andere Branchen mitunter schwer treffenden Kollateralschäden der Pandemiebekämpfung dem Familienunternehmen mit engem Bezug zur Bau- und Immobilienbranche betriebswirtschaftlich gesehen bislang offenbar nichts anhaben konnten. Und daran werde sich zumindest auch im laufenden Geschäftsjahr nichts ändern.

Neuer Rekordumsatz

Denn die in den Geschäftsbereichen Bau, Immobilien und Bagger tätige Firmengruppe kam im Geschäftsjahr 2020/21 (März–April) auf einen Umsatz von 700 Millionen Euro. Das sei ein Zuwachs von mehr als zehn Prozent gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr und der höchste Umsatz seit Bestehen. „In den vergangenen sieben Jahren konnten wir den Umsatz verdoppeln“, so Schertler und Alge. Damit einhergegangen sei in diesem Zeitraum auch eine Verdoppelung des Mitarbeiterstandes an allen Standorten auf jetzt 1200 – davon 831 in Vorarlberg. Das Eigenkapital stieg auf rund 300 Millionen Euro.

Die i+R-Eigentümer Joachim Alge und Reinhard Schertler.<br><span class="copyright">Udo Mittelberger</span>
Die i+R-Eigentümer Joachim Alge und Reinhard Schertler.
Udo Mittelberger

Alltägliche Herausforderungen

Der betriebswirtschaftliche Aspekt im Krisenjahr sei die eine Seite. „Die alltäglichen Herausforderungen für das Unternehmen und vor allem die Mitarbeiter und ihre Familien im Umgang mit den Corona-Maßnahmen stehen jedoch auf einem ganz anderen Blatt“, so Schertler und Alge. Das sei zweifelsohne nicht einfach gewesen. Erinnert wurde an Mitte März 2020, als man den Eindruck ­gewinnen konnte, die Welt werde bald untergehen. Nach einiger Zeit habe man sich jedoch auf die neue Situation eingestellt.

Die Firmengruppe i+R habe dabei insbesondere von der Tatsache profitiert, dass man für Kunden und Geschäftspartner „eigentlich immer“ erreichbar gewesen sei und die Baustellen fortgeführt habe, so die beiden Eigentümer. Als Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen könne man sehr flexibel agieren.

Der mittlerweile größte Geschäftsbereich ist die Sparte Bagger, auf die mit 330 Millionen Euro Umsatz fast die Hälfte des gesamten Geschäftsvolumens entfällt. Hier wurden im Vorjahr 4000 Bagger der Marke Ta­keuchi verkauft. Dazu kommt eine Mietflotte mit 6550 Baggern, Arbeitsbühnen und sonstigen Baumaschinen. Die Umsatzsteigerung des Vorjahres sei maßgeblich auf diese Sparte zurückzuführen. Zusätzlichen Schub habe man hier im Vorjahr auch durch die Investitionsprämie bekommen, die viele Kunden für sich nutzten. 450 Mitarbeiter an 38 internationalen Standorten arbeiten in der Sparte Bagger.

Das Vierlinden-Quartier in Lindau ist ein i+R-Projekt.<span class="copyright">i+R Gruppe</span>
Das Vierlinden-Quartier in Lindau ist ein i+R-Projekt.i+R Gruppe

Wohneigentum schaffen

Der Geschäftsbereich Immobilien erzielte im Vorjahr mit rund 150 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 210 Millionen Euro. Hier liege der Fokus auf grö­ßeren Projektentwicklungen insbesondere in Süddeutschland. Dabei werden unter anderem sogenannte Brownfield Developments umgesetzt – also die Nutzung von aufgelassenen Industrieflächen für den Bau von neuen Wohn- und Lebens­räumen. In diesen Projekten rund um den Bodensee ­ent­stehen rund 3000 Wohnungen. Die i+R-Inhaber verweisen in dem Zusammenhang darauf, dass 75 Prozent der verkauften Wohnungen von den Wohnungs­käufern selbst bewohnt werden.

Die Sparte Bauen mit den Bereichen GU, Bau und Holz- sowie Fensterbau kam im Vorjahr auf einen Umsatz von 160 Millionen Euro. In diesem Bereich mit 600 Mitarbeitern seien die Auslastung und die Nachfrage unverändert „sehr gut“.

Eigener Campus geplant

Um dem Wachstum der Firmengruppe Rechnung zu tragen, werde man am zukünftig so bezeichneten „i+R Campus“ in Lauterach einen zweigeschossigen Büro-Neubau in Holzbauweise errichten. Dabei soll Platz für rund 100 zusätzliche Arbeitsplätze samt Besprechungs- und Schulungsräumen entstehen. Dazu komme eine Lehrwerkstätte für Bauberufe. Das Inves­titionsvolumen belaufe sich auf 6,3 Millionen Euro. Schertler und Alge rechnen damit, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren etwa 50 zusätzliche Mitarbeiter in Vorarl­berg eingestellt werden.

Von Günther Bitschnau/wpa