Allgemein

Rentner im Vollrausch sticht mit Messer zu

18.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
4500 Euro Geldstrafe. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
4500 Euro Geldstrafe. Klaus Hartinger

Unbescholtener traf ausweichenden Kontrahenten zum Glück nicht.

Diplomatisch klang die Antwort des Angeklagten auf die Frage, ob er sich schuldig, teilweise schuldig oder nicht schuldig bekenne. Er könne sich an den angeklagten Vorfall vom August 2020 nicht erinnern, sagte der 66-Jährige. Damals hatte der Pensionist aus dem Bezirk Bregenz 2,44 Promille Alkohol im Blut.

Vollrausch

Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass er sich in einem Vollrausch befand und deshalb zurechnungsunfähig war. Deshalb wurde der Beschuldigte wegen des Vergehens der Begehung einer mit Strafe bedrohten Handlung im Zustand voller Berauschung angeklagt. Damit wurde ihm vorgeworfen, er habe sich fahrlässig einen Vollrausch angetrunken und dann Straftaten begangen.

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der betrunkene Türke bei einem Streit unter Verwandten mit einem Messer mehrmals in Richtung des Oberkörpers eines Kontrahenten gestochen. Seinen Widersacher hat er zum Glück nicht getroffen, weil der ausweichen konnte. Danach hat der Angeklagte nach Ansicht des Strafrichters verbal damit gedroht, er werde sich rächen und alle umbringen.

Nicht rechtskräftig

Dafür wurde der unbescholtene Rentner mit der monatlichen Pension von 1500 Euro am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 4500 Euro (300 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte, der sich über die hohe Strafe mokierte, und die Staatsanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Gefängnis gewesen. Die Geldstrafe entspricht fünf Monaten Haft.

Drei Belastungszeugen

Richter Christoph Stadler stützte sich auf die belastenden Angaben von drei Zeugen vor der Polizei. Der Angeklagte und die Staatsanwältin verzichteten auf die Befragung der Zeugen vor Gericht. Der Beschuldigte war nach dem Vorfall mit dem Messer für eine Nacht in der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Rankweil untergebracht worden.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.