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Geld für Sex: Haftstrafe angehoben

19.06.2021 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Berufungsrichter erhöhten Strafe von acht auf zehn Monate. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Berufungsrichter erhöhten Strafe von acht auf zehn Monate. Klaus Hartinger

67-Jähriger wollte sich im Zug von drei Mädchen mit 20 Euro Sex kaufen.

Der 67-Jährige hat nach Ansicht der Richter im Februar 2020 beim Dornbirner Bahnhof und während der Zugfahrt nach Bregenz drei minderjährigen Mädchen mehrfach vergeblich 20 Euro für Sex angeboten. Das trug dem Pensionisten einen rechtskräftigen Schuldspruch wegen versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen ein.

Dafür und wegen anderer Delikte wurde der neunfach Vorbestrafte in der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Hinzu kommen drei Haftmonate aus einer offenen Vorstrafe wegen gefährlicher Drohungen. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Damit beträgt die Gesamtstrafe 13 Monate Gefängnis.

In erster Instanz hatte beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch im Dezember 2020 die Strafe acht Monate Haft betragen. Hinzu kamen drei Monate aus der Vorstrafe. In zweiter Instanz hielten die OLG-Richter eine Erhöhung der Freiheitsstrafe um zwei Monate für notwendig.

Drohte mit Erschießen

Rechtskräftig schuldig gesprochen wurde der Rentner wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und Diebstahls. Demnach hat er sich im August 2020 der Wegweisung durch die Polizei aus einem Bregenzer Geschäft, das er trotz Hausverbots betreten hatte, verbal zu widersetzen versucht. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der Angeklagten, den drei Polizisten damit gedroht, er werde ein Gewehr holen und sie erschießen.

Zudem hat er die Beamten laut erstinstanzlichem Urteil beleidigt, indem er sie vor Zeugen als Scheißpolizisten und Lehrbuben bezeichnet hat. Das Oberlandesgericht habe dazu eine neue Verhandlung am Bezirksgericht Bregenz angeordnet, sagte OLG-Vizepräsident Zimmermann. Fünf Tage vor dem Zwischenfall in dem Geschäft ist der 67-Jährige dabei erwischt worden, als er in einem Bregenzer Supermarkt einen Rasierer zum Kaufpreis von 5,99 Euro gestohlen hat. Nur dazu war der Angeklagte geständig.

Glaubwürdige Mädchen

Er bestritt, den drei Mädchen Geld für Sex geboten zu haben. Das habe er nicht notwendig, weil er eine Freundin habe, sagte der Angeklagte. Die Mädchen würden ihn zu Unrecht belas­ten, weil sie von ihm Geld haben wollten. Die Strafrichter in beiden Instanzen hielten aber die belastenden Angaben der drei Mädchen für glaubwürdig. Ein Fahrgast im Zug fotografierte den Beschuldigten, der daraufhin ausgeforscht werden konnte.

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