Allgemein

Corona geht, das Misstrauen bleibt

21.06.2021 • 17:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Corona geht, das Misstrauen bleibt

44 Prozent ließen sich von Verschwörungstheorien verunsichern.

Die Verunsicherung durch Verschwörungsmythen betrifft bei bestimmten Themen bis zu 44% der österreichischen Bevölkerung, diese Erkenntnis zogen die Wissenschaftler des Corona-Panels der Wiener Universität, die über mittlerweile mehr als ein Jahr hinweg die Stimmung in der österreichischen Bevölkerung sondieren.

Der Wert für diese Verunsicherung ergibt sich aus jene, die an die Mythen ganz fest glauben, jenen, die sich “eher sicher” sind, dass diese Theorien stimmen, und jenen, die sich “unsicher” sind, ob die Behauptungen richtig sind oder falsch. “Falschinformation hat bereits ihr Ziel erreicht hat, wenn Sie Mitbürger und Mitbürgerinnen innen zweifeln lässt“, warnen die Forscher.

Der höchste Wert ergab sich im Mai dieses Jahres in Bezug auf die Behauptung

15 Prozent der Befragten glauben effektiv an den US-Militärversuch, 14 Prozent immer noch an die Mitwirkung von Bill Gates, die übrigen ließen sich zumindest verunsichern.

Die Erkenntnis daraus: die Verunsicherung durch Verschwörungsmythen hat sich nicht verstärkt, es lässt sich ihr aber auch kaum durch Information entgegenwirken, der Lerneffekt hält sich in Grenzen. Beobachtet wurde dabei:

Die sozioökonomische und parteipolitisch zuordenbare Spaltung der Gesellschaft diesbezüglich sei auch in Bezug auf die unmittelbare Zukunft gesehen eine schwere Hypothek für die Bemühungen um eine Eindämmung der Pandemie. Denn frühere Befragungen des Corona-Panels zeigten auch: Personen, die Verschwörungstheorien glauben, sind weniger gewillt, ihre Verhaltensweisen anzupassen um die Pandemie einzudämmen oder sich impfen zu lassen.

Glaube auch an andere Mythen

Zudem zeigt sich ein starker Zusammenhang zwischen dem Glauben an Coronavirus-Verschwörungstheorien und dem Glauben an andere Mythen, zum Beispiel die Theorie, dass der Klimawandel nicht durch menschliches Handeln verursacht ist. Dies lässt darauf schließen, dass diese gesellschaftliche Entwicklung weder mit der Coronavirus-Pandemie begonnen hat, noch mit der Krise zu Ende gehen wird und dass es durchaus gemeinsame – der Pandemie externe – Erklärungsmuster geben muss, die Menschen zu solchem Glauben an Verschwörungsmythen führen. Schon jetzt, aber auch nach der Pandemie, werde es daher eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe bleiben, diesbezüglich eine “Widerstandsfähigkeit” der Bevölkerung aufzubauen.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.