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Keine Krise bei Käse Moosbrugger

22.06.2021 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Stefan Fessler hat derzeit allen Grund zur Freude.Heidegger

Im Vergleich zum Vorjahr wurden zehn Prozent mehr Umsatz erzielt und reichlich investiert.

Günther Bitschnau/wpa

Der Käse-Händler und -Veredler Käse Moosbrugger hat im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von elf Millionen Euro erzielt. Nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Stefan Fessler ist das ein Plus von mehr als zehn Prozent gegenüber 2019. „Im Durchschnitt sind wir in den vergangenen Jahren um rund eine Million Euro mehr Umsatz gewachsen“, sagt Fessler im wpa-Gespräch. Die durch die ­Corona-Maßnahmen ausgelöste Wirtschaftskrise sei für Käse Moosbrugger auf der Absatzseite bislang kein Thema gewesen. Auch die ­Ertragssituation bezeichnete Fessler als zufriedenstellend positiv.

Exportmärkte als Treiber

Im Vorjahr habe das Unternehmen rund 1300 Tonnen Käse verkauft. Das Wachstum stamme nahezu ausschließlich von den Exportmärkten. Der Auslandsanteil liegt bei fast 80 Prozent. Dabei hätten einerseits bestehende Kunden mehr Ware geordert und andererseits seien neue Abnehmer auf Käse Moosbrugger aufmerksam geworden. Der Käse-Händler ist insbesondere in Deutschland und Frankreich tätig. Für solche Entwicklungen wie in den vergangenen Jahren brauche es aber nicht nur kauffreudige Kunden, sondern auch eine ständige Weiterentwicklung des Produktsortiments mit neuen Käsesorten, sagt Fessler. Mittlerweile mehr als 90 Prozent seines Umsatzes erzielt Käse Moosbrugger mit dem Großhandel, der Rest entfällt auf den Einzelhandel.
Das Unternehmen bezieht den Käse von Herstellern aus dem Bregenzerwald, in der Schweiz sowie aus Teilen Europas. Etwa die Hälfte des gehandelten Käses wird zuvor in Mäder „affiniert“, also auch veredelt. Am Markt tritt man mit der Eigenmarke „Wäldergold“ auf. Den allergrößten Umsatzanteil erzielt Käse Moosbrugger mit Private Labels, die je nach Kundenwunsch geliefert werden.

Eine Million Euro investiert

In den vergangenen Monaten hat Käse Moosbrugger rund eine Million Euro am Stammsitz in Mäder investiert. Das Geld floss insbesondere in die Erweiterung und Modernisierung des Maschinenparks mit zusätzlichen Schneide- und Abpackmaschinen. Gleichzeitig wurde ein neuer Produktions- und Hygieneraum samt Hygieneschleuse errichtet. Der Personalstand stieg dadurch von 16 auf 20 Mitarbeiter. „Es ist die größte Investition seit der Errichtung des Neubaus vor rund 20 Jahren“, sagt Fessler.

Der modernisierte Maschinenpark erlaube es auch, immer kleinere Abpackungen in deutlich höherer Stückzahl vorzunehmen. Die kleineren Verpackungsgrößen seien unter anderem dem Trend hin zu mehr Klein- oder Single-Haushalten geschuldet. Allerdings erlaube die Investition auch das Vorantreiben eines vergleichsweise jungen Geschäftszweiges. So bietet Käse Moosbrugger gerade kleineren Käse-Herstellern in Lohnarbeit das Schneiden und Abpacken an. „Das richtet sich vor allem an Hersteller, die zu groß für reine Handarbeit sind, aber noch zu klein für einen eigenen Maschinenpark.“

Firmendetails

Käse Moosbrugger wurde im Sommer 1996 gegründet. Heuer feiert das Unternehmen sein 25-jähriges Jubiläum. Firmengründer Stefan Fessler ist Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer. Er hält 51 Prozent der Anteile. Die restlichen Anteile hält seit einigen Jahren der Vorarlberger Handels­unternehmer Jürgen Sutterlüty.