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ÖVP schlägt wegen Kündigungen Alarm

22.06.2021 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rene Bickel. <span class="copyright">Mauche</span>
Rene Bickel. Mauche

In Hard sollen mehrere Rathaus-Mitarbeiter gekündigt haben. Nun soll Untersuchung folgen.

Bei den Gemeinderatswahlen im September 2020 ging Martin Staudinger in der Marktgemeinde Hard als Sieger hervor. Somit beerbte der Sozialdemokrat die ÖVP-Bürgermeisterin Evi Mair, die nach dem Rücktritt von Harald Köhlmeier die Geschicke übernahm. Nun ist es die ÖVP, die nach neun Monaten SPÖ-Regierung eine Abwanderung von Schlüsselpersonal im Rathaus ausgemacht hat. Wie Fraktionschef Rene Bickel auf NEUE-Nachfrage berichtet, hätten mindestens zehn Rathaus-Mitarbeiter seit dem Machtwechsel gekündigt. Darunter angeblich auch langjährige Bedienstete, die teilweise bereits seit 25 Jahren und länger für Hard gearbeitet hätten. Bickel: „Damit geht natürlich auch sehr viel Erfahrung und Know-how in der Marktgemeinde Hard verloren.“

Externe Analyse

Dieser Kündigungswelle, es arbeiten im Übrigen über 90 Personen laut Bickel im Harder Rathaus, will die ÖVP nun auf den Grund gehen und bringt daher einen Antrag in die nächste Gemeindevertretung ein. „Die Marktgemeinde Hard möge ein externes und unabhängiges Personalberatungsbüro mit dieser Angelegenheit betrauen“, heißt es in dem Antrag. Bickel fürchtet, dass durch die Abwanderung verdienter Kräfte auf Dauer die Leistungen für die Bevölkerung nicht mehr erbracht werden können. „Die Gemeinde muss eine echte Service-Einrichtung für ihre Bürgerinnen und Bürger sein, aufgrund der aktuellen Situation hinterfragen wir, ob dies auch weiterhin gewährleistet werden kann. Um noch mehr Schaden durch weitere Kündigungen von der Marktgemeinde Hard abzuwenden, haben wir den Antrag eingebracht.

Reaktion des Bürgermeisters

Als mögliche Gründe für die Kündigungen könnte der neue Führungsstil des Bürgermeis­ters und die Arbeitsbedingungen Schuld sein, erklärt Bickel. Dies seien aber nur Spekulationen und Gerüchte und daran wolle er sich nicht beteiligen. Daher soll das unabhängige Büro auch dies in Erfahrung bringen. Bürgermeister Staudinger sieht die Zufriedenheit der Mitarbeiter als sehr wichtig an und greift den Vorschlag der ÖVP gerne auf. „Wenn die Gemeindevertretung ein Budget dafür beschließt, werden wir das gerne umsetzen“, erklärt das Gemeindeoberhaupt. Die Gerüchte um seinen Führungsstil möchte er aber nicht unkommentiert lassen. „Die Kündigungen basieren auf einer Unzufriedenheit aus der Vergangenheit vonseiten der Mitarbeiter. Einige haben sich bereits vor meinem Antreten nach neuen Jobs umgesehen. Ich möchte betonen, dass ich niemanden gekündigt habe und meinen Mitarbeitern vertraue. Auch wenn sie von meinen Vorgängern und somit von ÖVP-Bürgermeistern angestellt wurden. Teilweise wurden sie unter mir sogar befördert“, stellt Staudinger klar.