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E-Commerce gleicht Rückgänge aus

23.06.2021 • 19:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Um das Online-Geschäft weiter zu erhöhen, investiert Walser im kommenden Geschäftsjahr rund eine Million Euro in digitale Infrastruktur.<span class="copyright"> wpa</span>
Um das Online-Geschäft weiter zu erhöhen, investiert Walser im kommenden Geschäftsjahr rund eine Million Euro in digitale Infrastruktur. wpa

E-Commerce-Geschäft konnte Einbußen der Walser GmbH auffangen.

(Günther Bitschnau/wpa)

Die auf die Entwicklung, Herstellung und den Handel von Autoausstattungen, Verkehrssicherheitsprodukten sowie Sport- und Freizeitartikeln spezialisierte Walser GmbH kann auf ein „sehr erfolgreiches“ Geschäftsjahr zurückblicken. Das erklärten der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Karl Walser und Marketingleiterin Theresa Braun.

E-Commerce fängt Rückgänge auf.

Dass dem so ist, sei dem Umstand geschuldet, dass Walser seit mehreren Jahren und damit lange vor den Pandemiebekämpfungsmaßnahmen konsequent den E-Commerce-Bereich ausbaut. „Als die Monate des Lockdowns im stationären Handel ins Land zogen, war unser Flächengeschäft mit den Handelspartnern aus nachvollziehbaren Gründen massiv betroffen. Wir hatten auf diesem Vertriebsweg deutliche Rückgänge zu verzeichnen.“

Allerdings habe in dieser Zeit der Verkauf über den Online-Shop deutlich zugelegt. Mittlerweile erziele Walser rund ein Drittel seines Umsatzes über seine Online-Shops im Geschäft mit Privatkunden beziehungsweise Endverbrauchern. Man könne hier eine Transformation weg von einigen Großkunden hin zu sehr vielen kleineren Kunden beobachten.

Gleicher Umsatz, höhere Erträge

Mit dem E-Commerce-Geschäft sei es dem Familienunternehmen gelungen, den Umsatz trotz der Rückgänge im stationären Handel mit rund 35 Millionen Euro konstant zu halten. Die Ertragssituation habe sich zudem „deutlich verbessert“, so Walser. Das hänge damit zusammen, dass der betriebsinterne Aufwand zur Betreuung und Versorgung von Online-Kunden geringer sei als im Flächengeschäft. Der Anteil an Retourwaren im E-Commerce-Bereich von Walser liege unter zehn Prozent.

Geschäftsführender Gesellschafter Hans-Karl Walser. <span class="copyright">Handout/Walser GmbH</span>
Geschäftsführender Gesellschafter Hans-Karl Walser. Handout/Walser GmbH

Der stationäre Handel habe mit dem wachsenden Online-Geschäft kein Problem, sagte Hans-Karl Walser. Dies sei deshalb der Fall, da Walser sowohl im Internet als auch im stationären Handel zu den gleichen Preisen verkaufe. „Wir fahren im Online-Geschäft keine Dumpingpreise.“ Dadurch habe ein Kunde, der sich im Geschäft beraten lässt, keinen Grund, das Produkt danach zu Hause im Internet zu bestellen. „Bei manchen Produkten ist Beratung nun einmal wichtig.“ Deshalb sehe Walser den stationären Handel auch weiterhin als bedeutende Vertriebsschiene. Die werde man so lange weiter bedienen, wie es der Handel dem Unternehmen erlaube, seine gewünschten Preise zu erzielen.

Millionen-Investition

m die Schlagkraft im Online-Geschäft weiter zu erhöhen, investiere Walser im kommenden Geschäftsjahr rund eine Million Euro in noch mehr Business Intelligence, in die Etablierung digitaler Schnittstellen und in das Hochfahren von Online-Shops in Frankreich, Italien und Irland sowie in Polen, Holland und Großbritannien. Das Kernangebot sei in diesen Shops immer gleich. Daneben gebe es regionalspezifische Anpassungen des Sortiments.

Ausbau in Überlegung

Entwicklung und Design-Auswahl sowie die Festlegung des Sortiments und der Qualitätsstandards finden in Hohenems statt, wo rund 50 Mitarbeiter tätig sind. Die Produktion selbst wurde nach Polen und China ausgelagert. Danach kommen die Produkte zum Zentrallager von Walser in Gallin östlich von Hamburg (D), wo sie auf 16.000 Palettenstellplätzen bis zur Zustellung an die Kunden zwischengelagert werden. Den Logistik-Standort Gallin unterhält Walser seit sieben Jahren. Derzeit wird ein Ausbau des dortigen Standorts evaluiert.