Allgemein

Grüne erstmals mit Duo an Parteispitze

26.06.2021 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das neue Spitzenduo: Eva Hammerer und Daniel Zadra.<span class="copyright"> STIPLOVSEK</span>
Das neue Spitzenduo: Eva Hammerer und Daniel Zadra. STIPLOVSEK

Daniel Zadra und Eva Hammerer wurden mit 98,71 Prozent an die Parteispitze gewählt.

Mit Daniel Zadra (36) und Eva Hammerer (45) steht erstmals ein gleichberechtigtes Duo an der Grünen-Landesparteispitze. Die beiden lösten damit Johannes Rauch (62) ab, der den Grünen seit 1997 vorstand. Erst im März diesen Jahres änderten die Vorarlberger Grünen ihre Statuten, um eine solche Doppelspitze zu ermöglichen.

Mit Daniel Zadra (36) und Eva Hammerer (45) steht erstmals ein gleichberechtigtes Duo an der Grünen Landesparteispitze. <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Mit Daniel Zadra (36) und Eva Hammerer (45) steht erstmals ein gleichberechtigtes Duo an der Grünen Landesparteispitze. STIPLOVSEK

Das ist das neue Spitzenduo

Der Lustenauer Zadra galt seit längerem als grüner „Kronprinz“. Der Jurist und Politikwissenschafter ist seit 2019 Klubobmann der Grünen im Landtag.
Hammerer machte sich in der Kommunalpolitik in ihrer Heimatgemeinde Hard einen Namen. Sie ist ebenfalls Juristin und stellvertretende Klubobfrau.

Zadra (r.) erklärte, man wolle die Partei öffnen, die Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitnehmen, um den gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Zadra (r.) erklärte, man wolle die Partei öffnen, die Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitnehmen, um den gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. STIPLOVSEK

Als zentrale Themen nannten die beiden in ihrer Bewerbungsrede den Klimaschutz, ein ­gerechtes Bildungssystem, ein Umdenken in der Landwirtschaft sowie soziale Gerechtigkeit.

Wunschziel im Land: 24 Prozent

Zadra erklärte, man wolle die Partei öffnen, die Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitnehmen, um den gesellschaftlichen Wandel aktiv zu gestalten. Hammerer richtete sich an die grüne Basis: Man solle sich nicht abwenden, wenn man als Regierungspartner nicht 100 Prozent der Vorhaben durchbringe, sondern einander bestärken.

Hammerer richtete sich an die grüne Basis: Man solle sich nicht abwenden, wenn man als Regierungspartner nicht 100 Prozent der Vorhaben durchbringe, sondern einander bestärken. <span class="copyright">STIPLOVsek</span>
Hammerer richtete sich an die grüne Basis: Man solle sich nicht abwenden, wenn man als Regierungspartner nicht 100 Prozent der Vorhaben durchbringe, sondern einander bestärken. STIPLOVsek

ie gab als Wunschziel im Land 24 Prozent aus – so viele Jahre, wie Rauch Parteichef war. Dazu brauche man die Mitarbeit aller. Die Grünen erreichten bei der Landtagswahl 2019 ein Ergebnis von 18,9 Prozent. Ihre Wahl nahmen die beiden als „Vertrauensvorschuss“ an.

Aller Abschied fällt schwer

Zuvor nahmen Langzeit-Landessprecher Johannes Rauch und seine Stellvertreterin Katharina Wiesflecker von der Parteispitze Abschied. Nach dem „brutalen Absturz“ bei der Nationalratswahl habe man den Konkurs der Bundespartei abwenden, die Partei konsolidieren und sich zugleich auf die Landtagswahl 2019 sowie auf die Gemeindewahl 2020 vorbereiten müssen.

Zuvor nahmen Langzeit-Landessprecher Johannes Rauch und seine Stellvertreterin Katharina Wiesflecker von der Parteispitze Abschied. <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Zuvor nahmen Langzeit-Landessprecher Johannes Rauch und seine Stellvertreterin Katharina Wiesflecker von der Parteispitze Abschied. STIPLOVSEK

Der Wiederaufstieg sei in Vorarlberg mit einem Landtagswahlergebnis von 18,9 Prozent „fulminant“ gelungen. Als extrem fordernd beschrieben die beiden Landesräte die Bewältigung der Flüchtlingsbewegung und der Corona-Krise. Wiesflecker betonte, in den 27 Jahren ihrer Partei-Zugehörigkeit seien Übergänge oft mit Verletzungen verbunden gewesen. Sie habe sich einen Übergang mit Wertschätzung vorgenommen, „und ich glaube, das gelingt uns“. ­Sowohl Rauch als auch ­Wiesflecker wollen Landesräte bleiben.

Parteisitz in guten Händen

Bundessprecher Werner Kogler ortete in seiner Laudatio beim bisherigen Führungsduo „echte Harmonie“. Unter Rauch und Wiesflecker seien die Vorarlberger Grünen zur erfolgreichsten Landesorganisation geworden und hätten durch ihre Beharrlichkeit etwa in der Verkehrspolitik viel erreicht. Von 10,2 Prozent 2004 stieg der grüne Stimmenanteil im Land auf 18,9 Prozent 2019, „das muss man erst einmal zusammenbringen“.

Bundessprecher Werner Kogler ortete in seiner Laudatio beim bisherigen Führungsduo „echte Harmonie“.  <span class="copyright">STIPLOVSEK</span>
Bundessprecher Werner Kogler ortete in seiner Laudatio beim bisherigen Führungsduo „echte Harmonie“. STIPLOVSEK

Und auch mit dem neuen Spitzenduo müsse man sich um die Vorarlberger Grünen keine Sorgen machen, ist der Bundessprecher und Vizekanzler von Zadra und Hammerer überzeugt.