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Nächster Prozess um Honorar des Anwalts

26.06.2021 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angeblich überhöhte Honorarforderungen des Rechtsanwalts sind derzeit Gegenstand von zumindest zwei anhängigen Zivilprozessen am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Angeblich überhöhte Honorarforderungen des Rechtsanwalts sind derzeit Gegenstand von zumindest zwei anhängigen Zivilprozessen am Landesgericht Feldkirch. Symbolbild/Hartinger

Klägerin wirft ihrem Ex-Anwalt um elffaches überhöhte Honorarforderung vor.

Angeblich überhöhte Honorarforderungen des Rechtsanwalts sind derzeit Gegenstand von zwei anhängigen Zivilprozessen am Landesgericht Feldkirch. Im Mai wurde ein erstinstanzliches Urteil bekannt, wonach der Anwalt aus dem Bezirk Feldkirch von einer von ihm vertretenen Wohngemeinschaft viel zu viel Geld verlangt hat. In dieser Woche hat ein anderer Honorarprozess begonnen.

Elffache Summe verrechnet

Dabei wirft ihm eine ehemalige Mandantin eine weit überzogene Rechnung vor. Die Klägerin vertrete den Standpunkt, dass sie dem beklagten Anwalt für dessen Leistungen inklusive Steuern nur rund 3600 Euro zu bezahlen habe. Das sei der Klagsschrift zu entnehmen, teilte auf Anfrage Gerichtssprecher Norbert Stütler mit. Der beklagte Rechtsanwalt verlange laut Klage von ihr aber zu Unrecht 39.600 Euro und damit beinahe das Elffache.

Der beklagte Anwalt habe für die Klägerin offenbar einen Vertrag erstellt, berichtete der Mediensprecher des Landesgerichts. Sie habe seine Dienste für „eine Vertragserklärung zu einem Wohngebrauchsrecht“ in Anspruch genommen.
Der Rechtsanwalt sei der Ansicht, dass ihm der von ihm geforderte Geldbetrag laut Rechtsanwaltstarif zustehe, so Stütler. Gegenüber der NEUE am Sonntag war der Anwalt zu keiner Stellungnahme zu dem Rechtsstreit um sein Honorar bereit.

Richterin beauftragt Gutachten

In der ersten Verhandlung am Montag kam es zu keiner gütlichen Einigung zwischen den Streitparteien. Deshalb legte Zivilrichter Yvonne Summer in der vorbereitenden Tagsatzung das Prozessprogramm fest.

Die Richterin hat dabei auch beschlossen, die Vorarlberger Rechtsanwaltskammer mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen. Die Expertise soll Auskunft darüber geben, welche Honorarsumme für die Leistungen des beklagten Anwalts angemessen ist. Bis zur nächsten Verhandlung im September soll das Gutachten vorliegen.

Honorar um 14-Faches überhöht

In dem anderen Honorarprozess hat Zivilrichterin Sieglinde Stolz in ihrem Urteil festgestellt, dass die beklagte Wohngemeinschaft dem klagenden Anwalt für sein Einschreiten wegen angeblich unsachgemäß installierter Sanitäranlagen statt der von ihm geforderten 191.000 Euro nur rund 13.000 zu überweisen hat. Demnach war die Honorarforderung um das 14-Fache überhöht.

Das erstinstanzliche Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der klagende Rechtsanwalt hat dagegen Berufung erhoben. Nun wird in zweiter Instanz das Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) entscheiden.

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