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Unikate im Doppelpack

27.06.2021 • 14:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ein Doppelhaus das von Außen gar nicht den Anschein macht. <span class="copyright">Adolf Bereuter</span>
Ein Doppelhaus das von Außen gar nicht den Anschein macht. Adolf Bereuter

Das junge Architektenpaar errichtet sich ein nachhaltiges Domizil.

Das 600 Quadratmeter große Grundstück, auf dem Lukas Mähr und Carmen Wurz ihr Eigenheim errichtet haben, liegt in einer ruhigen Wohngegend am Fuße des Hohenemser Naherholungsgebiets Schwefelberg in einer leichten Hanglage. „Wir wollten die Fläche so dicht wie möglich bebauen. Daher war schnell klar, dass es ein Doppelhaus wird“, erzählt Mähr.

<span class="copyright">Adolf Bereuter</span>
Adolf Bereuter

Die beiden waren somit nicht nur gleichzeitig Bauherren und Architekten, sondern auch Verkäufer einer Doppelhaushälfte. „Durch die Entscheidung fürs Doppelhaus haben wir einerseits eine Verdichtung geschaffen und andererseits ist es für uns auch leistbar geworden“, begründet Wurz. Der Vorteil einer verdichteten Bauweise liegt nicht nur darin, die Baukosten zu senken, die beiden Architekten sehen Verdichtung auch im Hinblick auf soziale Aspekte als Chance: „Vor dem Boom des Einfamilienhauses haben drei Generationen ganz selbstverständlich unter einem Dach gelebt.“

Projektdaten

Fertigstellung (Jahr): 2018

Nutzfläche: 2×125 m²

Bauweise: Holzelementbauweise

Ausbau: Weisstanne

Fenster: Holzalu

Planung: MWArchitekten

Generalunternehmen: Berchtold Holzbau, Wolfurt

Nachhaltige Architektur

Relativ früh in der Planungsphase entschieden sich die Bauherren dafür, ihr Traumhaus mit dem Wolfurter Holzbau-Unternehmen Berchtold umzusetzen. Dadurch konnten gewisse Teilbereiche von Anfang an gemeinsam entwickelt und Detaillösungen ausgefeilt werden. „Das Ziel war, eine nachhaltige, lebendige, individuelle Architektur zu schaffen. Die Fassadengestaltung mit den gehobelten und sägerauen Fichtenleisten lehnt sich an die traditionellen Hofstrukturen an und gibt jeder Doppelhaushälfte ihren eigenen Charakter“, sagt Thomas Berchtold vom gleichnamigen Holzbau-Betrieb. Auch wenn sich nach außen nicht das Bild eines typischen Doppelhauses mit zwei symmetrisch aneinandergebauten Hälften ergibt, sind die Grundrisse doch ident.

<span class="copyright">Adolf Bereuter</span>
Adolf Bereuter

Der kompakte, dreigeschossige Holzständerbau bietet jeder Partei eine Wohnfläche von 125 Quadratmetern. Die zweite Haushälfte wurde noch vor Baubeginn veräußert, was eine äußerst präzise Planung und Kostenkalkulation erforderlich machte. „Die größte Schwierigkeit war das relativ kleine Grundstück für ein Doppelhaus. Wir haben bei allen Räumen Mindestmaße. Die Herausforderung war, trotzdem ein luftiges, großzügiges Haus zu planen“, schildert Mähr. Umgesetzt wurde dies etwa durch einen besonderen Weißton an den Wänden, der die Wärme des Holzes neutralisiert und das Licht stärker reflektiert, um den Raum optisch zu öffnen.

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Adolf Bereuter

Auch die leichte Hanglage machten sich die Architekten geschickt zunutze: Das Gelände fällt vom Eingangsbereich im Osten zum Garten auf der Westseite leicht ab. Deshalb wurde im Inneren ein Niveausprung eingeplant, sodass man von der Essküche über drei Stufen in den Wohnbereich hinab gelangt. Die damit entstandene Raumhöhe von drei Metern trägt wesentlich dazu bei, dass der gesamte Raum sehr großzügig wirkt.

Holz lebt

Eine bodentiefe Glasfront im Wohnzimmer sorgt zudem für viel natürliches Licht. Der handwerklich perfekte Innenausbau ist aus hellem Weißtannenholz und wirkt wie aus einem Guss. Auch im Obergeschoss wurde kein Platz verschenkt: Um einen Flur, der sogleich als Schrankraum dient, gruppieren sich drei Zimmer und das Bad. Die dritte Etage ist je nach Lebensphase flexibel nutzbar.

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Adolf Bereuter

Derzeit befindet sich im loftartigen Dachgeschoss das Architekturbüro des Bauherren. Lukas Mähr und Carmen Wurz haben sich ganz bewusst für ein Haus aus Holz entschieden: „Zum einen war da der ökologische Gedanke. Zum anderen wollten wir ein Haus, das nach dem Bau robust ist, im Sinne von pflegeleicht.“ Dass sich die Holzfassade durch Verwitterung verändert hat, ist für das Paar etwas Schönes. „Ich finde auch das Knarren und Knistern sympathisch, wenn die Sonne nach dem Regen auf das Haus scheint. Holz lebt und arbeitet weiter. Es zwingt einem zu einer gewissen Gelassenheit.“, sagt Mähr begeistert.

Die beiden Eigentümer haben fühlen sich mit Holz rundum wohl.  <span class="copyright">Adolf bereuter</span>
Die beiden Eigentümer haben fühlen sich mit Holz rundum wohl. Adolf bereuter