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Wirklich echt oder doch nur Fake?

27.06.2021 • 18:36 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Felix Bereuter  arbeitet nur mit guter und neuester Ausrüstung.
Felix Bereuter arbeitet nur mit guter und neuester Ausrüstung.

Filmemacher Felix Bereuter kann seiner Fantasie freien Lauf lassen.

Berri Productions heißt die Filmproduktionsfirma, die Felix Bereuter vor einem Jahr – und zwar trotz Corona-Krise – gegründet hat. Weil er nämlich überzeugt war, dass es in Vorarlberg neben gängigen Werbefilmen auch solche mit dem besonderen Extra, den Special Effects, braucht.

Der Erfolg gibt ihm inzwischen Recht: Immer öfter begeistert er seine Auftraggeber mit Filmen, die Undenkbares auf die Leinwand bannen, den Betrachter positiv überraschen und ihm dadurch länger in Erinnerung bleiben. Ständig bildet sich der Lochauer weiter, spielt mit den Möglichkeiten und arbeitet sich in neue Programme ein. So arbeitet er daran, dass die eingesetzten Effekte noch ausgefallener und seine Techniken dahinter zunehmend feiner werden. In einem seiner jüngsten Filme etwa animierte er einen Roboter, den er mit verschiedenen echten Menschen interagieren lässt: Er schleppt schwere Einkäufe eine Treppe hinauf, er hilft im Haushalt beim Bügeln und Abwaschen, und er leistet Gesellschaft. Und das alles täuschend echt.

Bescheidener Beginn

Gerne blickt Felix Bereuter auf seine Anfänge zurück: Angefangen hat alles mit einer alten Fotokamera, die auch Videos machen konnte und nur wenige Hundert Euro gekostet hatte. Inzwischen arbeitet er mit einem hochprofessionellen Cinema-Rig. Denn nur mit guter und neuester Ausrüstung entstehen Filme von einer Qualität, wie sie Bereuter für seine Arbeit vorschwebt.

Felix Bereuter ist immer mit vollem Einsatz bei der Sache.
Felix Bereuter ist immer mit vollem Einsatz bei der Sache.

Während er die Bearbeitung des Filmmaterials meist allein vornimmt, braucht er beim Dreh die Unterstützung von einem flexibel zusammengestelltem Team. “Beim Dreh muss alles wie geplant ablaufen. Jeder muss wissen, was zu tun ist und welcher Handgriff notwendig ist. Es hat schon seinen Grund, weshalb bei den großen Kinofilmen bis zu 500 Personen am Set daran arbeiten”, erklärt er mit einem Lachen.

Berri Productions
Berri Productions

Dann erzählt er: “Ich war schon immer fasziniert von Filmen. Wenn ich einen Film gesehen habe, setzt sich rasch mein eigenes Kopfkino in Gang: Ich überlege, wie einzelne Shots gemacht wurden, wie Dinge animiert wurden und wie ich das wohl selbst umsetzen könnte. Und dann bekomme ich Lust, es selbst zu probieren.

Kreativität und Erfahrung

Am Anfang steht bei seinen Projekten stets der intensive Austausch mit Auftraggebern. Dabei wird besprochen, ob Animiertes einfließen soll oder nicht, Bereuter bringt seine Erfahrung mit ein und macht Vorschläge. Dann erstellt er gemäß der Vorstellungen seiner Kunden ein filmisches Konzept. Wenn animierte Elemente gefragt sind, muss er zuerst ihre Form ausarbeiten. Zunächst ist diese nämlich grau und braucht Bearbeitung der Oberfläche. Soll sie matt sein oder glänzen? Reflexionen kommen hinzu, Rauheiten, Farben, das Material in seiner Beschaffenheit – da sind Bereuters ausgeprägte Beobachtungsgabe und seine ganze Erfahrung gefragt. “Das Wichtigste ist aber das Licht. Unser Auge ist extrem gut darin, zu erkennen, ob ein Objekt in denselben Lichtverhältnissen steht oder liegt wie seine Umgebung. Deshalb muss ich das Objekt noch in seine Umgebung einpassen. Anschließend ist der Computer dran, er erstellt eine Grafik aus de ganzen Rohdaten. Je nach Komplexität der der Bilder dauert das Rendern von einer Minute Film bis zu 56 Stunden. Und bis alles fertig ist, muss ich nochmal die dreifache Zeit einrechnen”, erklärt Bereuter den Ablauf. Eine extrem aufwändige Sache also, so ein Video zu drehen. Da braucht es viel Geduld, Fantasie und vor allem auch viel Lust am kreativen Gestalten.

Eigenes Studio

Seit Kurzem hat der junge Filmemacher in Hard ein eigenes Studio. Die 10 mal 20 Meter große und sechs Meter hohe Lagerhalle bildet die ideale Kulisse für seine Drehs. Hier kann er einen unendlich großen, weißen Raum simulieren und die Wände so verschieben, wie er sie für den jeweiligen Film gerade braucht. “Die Halle spart viel Zeit. Wenn ein Dreh mehrere Tage geht, dann muss ich die Kulisse nicht immer wieder neu auf- und abbauen. Gerade für Filme, bei denen ein Green Screen benötigt wird, ist die Halle eine echte Bereicherung.”

Berri Productions
Berri Productions

Der Aufwand für die Filme mit Special Effects macht sich für Felix Bereuter aber bezahlt. Das zeigen das überaus positive Feedback seiner Kunden und ie vielen Likes und Kommentare für seine Filme auf Social Media. Denn letztlich steht bei Berri Producitons die Zufriedenheit des Kunden mit dem fertigen Film im Mittelpunkt. Ein Film, der Menschen emotional berührt, sie zum Lachen oder Nachdenken bringt, bleibt ihnen noch lange in Erinnerung. Und damit auch der Name des Unternehmens, das den Werbefilm auf seiner Website, bei einer Messe oder auf Social Media zeigt. Letztlich haben also alle etwas davon: Felix Bereuter kann seine Visionen umsetzen, und das Unternehmen, das ihn gebucht hat, bekommt viel Zuspruch für seinen ungewöhnlichen Auftritt.

Weitere Infos unter: www.epu.wko.at