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Covid-Impfung: Ab Juli übernehmen Hausärzte

28.06.2021 • 22:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Impfzentrum in Bregenz bleibt als „Backup“ bestehen. Im Herbst wird der Betrieb der Zentren für die Auffrischungen wieder hochgefahren.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Impfzentrum in Bregenz bleibt als „Backup“ bestehen. Im Herbst wird der Betrieb der Zentren für die Auffrischungen wieder hochgefahren.Klaus Hartinger

Impfungen werden in Ordinationen überführt. Bregenz bleibt als “Backup”.

Das Land schließt mit Ende Juli die Impfzentren. Nur noch jenes in Bregenz dient als „Backup“ und kann jederzeit hochgefahren werden. Darüber informierten die Verantwortlichen am Montag. Das Impfen übernehmen dann die niedergelassenen Hausärzte.

Die Umstellung ist die Konsequenz aus einer Änderung der Impfstrategie im Juli. Auch bei der Terminvergabe gibt es Änderungen. Bis dato wurden Impfwilligen nach der Vormerkung konkrete Termine automatisch zugesendet. Ab 1. Juli gibt es den Wechsel vom Einlade- zum Buchungssystem. Dann können Impfwillige selbst Datum, Ordination und auch Impfstoff online oder telefonisch buchen. Um den Überblick zum Impffortschritt zu behalten, werden die Termine bei den Ärzten über die Online-Plattform des Landes vergeben.

Landesrätin Martina Rüscher erwartet mit der Systemumstellung einen Schub und sieht das Angebot näher bei der Bevölkerung. „Wer selbst einen Termin beim Arzt vereinbart, hält diesen eher ein“, meint Rüscher. Da für die Planung der Impfrunden in der Ordination mehr Vorlaufzeit benötigt wird, wird eine Anmeldung maximal eine Woche vor dem Termin möglich sein.

Viele Termine verstreichen

Die Disziplin des Terminwahrnehmens nimmt ab. Das berichtete der Vizepräsident der Vorarlberger Ärztekammer Burkhard Walla. Alleine am Sonntag haben in Nenzing 180 Personen ihren Impftermin einfach verstreichen lassen. Das führt zu organisatorischen Herausforderungen. „2900 Personen waren gemeldet, 2800 Spritzen aufgezogen – wohlwissend 100 weniger – und am Ende waren 80 Impfdosen übrig“, erzählt Walla. So mussten am Abend 80 Personen mobilisiert werden, um den Impfstoff nicht entsorgen zu müssen. Bisher sei das aber nicht notwendig gewesen, da es durch die Back-up-Listen stets gelungen ist, frei gewordene Plätze aufzufüllen.

Fünf bis sechs Prozent kommen nicht zum Termin

Walla schätzt, dass es fünf bis sechs Prozent sind, die ihren Impftermin (meist den zweiten) nicht wahrnehmen. Konsequenzen hat das nicht. Vielmehr will man diesem Verhalten mit noch mehr Service – eigenständige Terminbuchung – entgegenwirken. Es sei aber keine Banalität, den Covid-Impfstoff zur Verfügung zu stellen, gibt Walla zu bedenken. „Wir servieren das Frühstück ans Bett und füttern Sie sogar, Sie müssen nur noch den Mund aufmachen“, zieht er den Vergleich zum ­kostenlosen Impfangebot im Land.

Einmal mehr betonten die Verantwortlichen auch die Wichtigkeit der Zweitimpfung, vor allem im Hinblick auf die Covid-Varianten. Konkret: Je mehr Antikörper, desto besser und länger der Schutz vor dem Virus.

Keiner wird gezwungen

25 Prozent sind entschiedene Impfgegner, weiß Walla. Oft sei die Angst vor der Impfung groß, gezielte Desinformation würde dazu führen. „Das Einzige, was wir tun können, ist Transparenz gewähren“, meinte Walla. Man könne niemanden zu einer Immunisierung zwingen.

Noch zu wenige

Derzeit melden sich zwischen 300 und 500 Personen täglich zur Impfung vor. Laut Rüscher eindeutig zu wenig. Sie ist skeptisch, dass die notwendige 320.000-Marke erreicht wird. Vielmehr lautet das Ziel derzeit: 280.000 Vollimmunisierte.

Auch bei den Jugendlichen sei der große „Run“ auf die Impfmöglichkeit ausgeblieben. Das Land setzt auf Mund-Propaganda. Falls die kostenlose Impfung an sich nicht Anreiz genug sein sollte, will man überlegen, „noch etwas obendrauf“ anzubieten.

Das neue Buchungssystem soll künftig bestehen bleiben. Ab November werden die Impfzentren voraussichtlich wieder hochgefahren, um die dann startenden Impfauffrischungen logis­tisch meistern zu können.