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Vereinsobmann zweigte 186.000 Euro ab

28.06.2021 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Beim Schöffenprozess am Montag am Landesgericht Feldkirch erging noch kein Urteil. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Beim Schöffenprozess am Montag am Landesgericht Feldkirch erging noch kein Urteil. Symbolbild/Hartinger

Chef von Kulturfestival missbrauchte Vereinsgelder für Glücksspiele.

Zwischen Jänner und November 2020 hat der damalige Obmann des Kulturvereins aus dem Bezirk Bludenz vom Vereinskonto 186.000 Euro missbräuchlich für seine Glücksspiele in Online-Spielcasinos verwendet. Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch den Beschuldigten wegen des Vergehens der Untreue mit einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Gefängnis angeklagt.

Tätige Reue

Beim Schöffenprozess am Montag am Landesgericht Feldkirch erging noch kein Urteil. Richter Christoph Stadler hat die Verhandlung auf 5. Juli vertagt. Dann werden weitere Zeugen befragt werden. Denn Verteidiger Daniel Wolff beantragt einen Freispruch wegen tätiger Reue.

Demnach soll sein Mandant am 30. November 2020 die Rückzahlung des noch offenen Schadens mit dem Vizeobmann des Vereins verbindlich vereinbart haben. Damals war noch keine Strafverfolgungsbehörde tätig. Bis 23. Dezember 2020 wurde der gesamte Schaden mit Darlehen von Familienmitgliedern und Freunden des Vereins­obmanns gutgemacht.

Rückzahlung mit Gewinnen

Für Sprengelstaatsanwältin Karin Seyfried liegt keine strafbefreiend wirkende tätige Reue vor. Weil am 30. November 2020 der genaue Schadensbetrag noch nicht bekannt gewesen sei.

Der geständige Angeklagte sagte vor Gericht, als er Ende November des Vorjahres vom Vizeobmann zur Rede gestellt worden sei, habe sich das von ihm auf dem Vereinskonto verursachte Minus nur noch auf rund 23.000 Euro belaufen. Er habe insgesamt 186.000 Euro an Vereinsgeldern für seine Spielsucht verwendet. Mit seinen Spielgewinnen habe er aber bereits den Großteil des Schadens auf dem Bankkonto des Vereins wieder abgedeckt gehabt. Der Verein veranstaltet ein Kulturfestival für Kinder und Jugendliche. Im Vorjahr ging es thematisch auch um Vertrauen und die Freude am Spiel.

Mit seinem Fehlverhalten hat der Obmann Vertrauen missbraucht und seiner Spielsucht nachgegeben. Nach dem internen Bekanntwerden seiner Malversationen sei er sofort als Vereinsobmann zurückgetreten, sagte der 37-jährige Angeklagte.

30.000 Euro verzockt

Wegen seiner Spielsucht nehme er seit Dezember 2020 ambulant Therapie in Anspruch. Er habe einfach seine Finger nicht von den Online-Casinos lassen können, gab der Gemeindemitarbeiter mit dem Nettoeinkommen von 1600 Euro zu Protokoll. Zuletzt habe er das Vereinskonto beinahe wieder ausgeglichen gehabt, bis er einen Rückfall erlitten habe. An jenem Wochenende habe er 30.000 Euro verzockt.

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