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1,5 Milliarden Euro für die Bahn unter der Erde

29.06.2021 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Stiplovsek

Arbeitsgemeinschaft überarbeitete Studie zur Unterflurlösung der Bahn.

Die Zierl-Studie – Eine Studie des Autors Gunther Zierl, die viel zitiert, aber nur den wenigsten bekannt ist. Im Grunde geht es in der Studie aus dem Jahr 2003 darum, wie es möglich sein könnte, die Bahn unter die Erde zu verlegen. In der Studie werden verschiedenste Varianten geprüft und nach ihrer Machbarkeit eingestuft. Vom Güterbahnhof Wolfurt, wo die Bahn abgesenkt werden soll, geht die Streckenführung unter Lauterach und Bregenz durch und kommt in Lochau wieder an die Oberfläche.

Die Studie sieht mehrere Varianten vor, wobei sich eine in der damaligen Ausarbeitung klar als Vorzugsvariante herauskris­tallisierte. Diese würde beim Bahnhof Bregenz unter dem Landhaus durch in den Pfänderstock führen und kurz vor der Abzweigung Lindauer Straße und Landstraße (in Richtung Lochau) wieder aus dem Berg kommen. Im Wahlkampf von Bürgermeister Michael Ritsch spielte die Unterflurlösung eine Hauptrolle, wobei bereits in der damaligen Kommunikation eine Führung der Bahn direkt am See und nicht mehr nur durch den Pfänderstock diskutiert wurde.

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Überarbeitung

In der Stadtvertretung wurde dann die Überarbeitung und Aktualisierung der Machbarkeitsstudie beschlossen. Die neuen Ergebnisse liegen nun vor, wobei sowohl die Arbeitsgruppe Rhomberg-Zierl-BDO, welche die Studie überarbeitet hat, sowie der Stadtrat und die involvierten Parteien der Stadtvertretung bis zum Präsentationstermin am 5. Juli Stillschweigen über die Erkenntnisse vereinbart haben. Soviel ist jedoch jetzt bekannt: Aus einer Presseaussendung der Stadt Bregenz geht hervor, dass es sich bei der vorliegenden Analyse um ein 165 Seiten starkes Papier handelt, welches ein rund 11,2 Kilometer langes, zweigleisiges Tunnelbauwerk unterhalb der bestehenden Bahnlinie zwischen der Staatsgrenze bei Hörbranz und Lauterach untersucht hat. Durchaus möglich, dass die Idee, in Lochau wieder über die Erde zu kommen, verworfen wurde.

<span class="copyright">Stiplovsek</span>Die Bahn soll unter die Erde.
StiplovsekDie Bahn soll unter die Erde.

1,5 Milliarden Euro

Einschließlich aller Planungs- und Ausführungsleistungen werden für das Gesamtprojekt, das hinsichtlich Lage, Höhe, Querschnitt und Ausgestaltung sowohl nationalen als auch internationalen Standards einer Eisenbahnhochleistungsstrecke entspricht, rund 1,5 Milliarden Euro netto veranschlagt. Der Betrag bezieht sich auf einen frühestmöglichen Baubeginn im Jahr 2026. Als Zeitfens­ter werden für alle Vorarbeiten wie etwa die Planung 4,5 Jahre angenommen, für die tatsächliche Umsetzung bis zur Inbetriebnahme dann noch einmal knapp fünf Jahre, heißt es in der Aussendung.
Nun will die Stadt in Gespräche mit den ÖBB und den umliegenden Gemeinden eintreten. Schließlich sind weit mehr Ortschaften davon betroffen als nur die Landeshauptstadt.