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Einhausung der A 14 soll Lebensraum schaffen

01.07.2021 • 19:48 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Landesrat Johannes Rauch und Architekt Gerald Strehle. <span class="copyright">Grüne</span>
Landesrat Johannes Rauch und Architekt Gerald Strehle. Grüne

Mit Einhausung zwischen Lauterach und Wolfurt sollen 20 Hektar Baugrund generiert werden.


Baugrund ist im Vorarlberger Rheintal ein kostbares Gut. Das zeigt sich schon allein durch die stetig steigenden Immobilienpreise. Längst ist der Preis für den Quadratmeter vierstellig geworden und nur noch die wenigsten können sich in Vorarlberg Eigentum ohne vorangegangene Erbschaft überhaupt noch leisten.
Am gestrigen Donnerstag stellte Architekt Gerald Strehle eine neue Idee vor, die sowohl für das Platzproblem als auch die hohen Quadratmeterpreise eine Entlastung sein könnte. Gemeinsam mit Klimaschutzlandesrat Johannes Rauch stellte der gebürtige Linzer vom Bregenzer Büro für Architektur und Umweltgestaltung seine Pläne vor.

Mit einer Einhausung der A-14-Rheintalautobahn im Streckenabschnitt von Güterbahnhof Wolfurt bis zur Abfahrt Wolfurt soll Platz geschaffen werden.
„Die Idee ist simpel. Wir bauen auf einer 1,8 Kilometer langen Strecke einen Deckel über die Autobahn. Dieser Deckel ist so tragfähig, dass er auf diesen 1,8 Kilometern bebaut werden kann“, sagt Strehle. Ähnliche Projekte wurden unter anderem schon in Wien, Linz oder Innsbruck umgesetzt.
Mit dieser Idee soll oberhalb der Autobahn 20 Hektar Bau- und Grünland gewonnen werden. Eine Fläche, die jener entspricht, welche die Gemeinden Lauterach und Wolfurt in den vergangenen 20 Jahren in Bauland umgewidmet haben. Die Kosten für eine Umsetzung schätzte er auf rund 700 Euro pro Quadratmeter, ein Viertel bis ein Drittel günstiger als die derzeitigen Immobilienpreise für gewidmetes Bauland im Rheintal. Auf die gesamte Fläche bezogen würde das Projekt somit zwischen 130 und 150 Millionen Euro kosten.

A14 Rheintalautobahn mit geplanter Einhausung. <span class="copyright">Grüne</span>
A14 Rheintalautobahn mit geplanter Einhausung. Grüne

Großteil gehört Asfinag

Die Eigentumsverhältnisse des Streckenabschnittes teilen sich das Land Vorarlberg und die Asfinag, sprich der Bund. Die Idee wäre es, der Asfinag ihren Anteil abzukaufen, sodass die kompletten 20 Hektar im Besitz der öffentlichen Hand wären. Diese könnte wiederum mit sozialem und leistbarem Wohnbau ein Angebot schaffen und den Trend der steigenden Kosten pro Quadratmeter entgegenwirken.

Ein Blick über die Autobahn. <span class="copyright">Rauch</span>
Ein Blick über die Autobahn. Rauch

„Bei den Immobilienpreisen hat sich eine spekulative Blase entwickelt, welche die Preise in die Höhe treibt. Das macht den Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften massive Probleme, weil die Grundstücksreserven irgendwann ein Ende finden und die Gesellschaften dann Grundstücke kaufen müssen“, erklärt Landesrat Rauch. Mit Quadratmeterpreisen über 1000 Euro würde sich dies auch bei gemeinnützigen Wohnbau auf die Preisgestaltung auswirken und hätte dann mit sozialem und vor allem leistbarem nichts mehr zu tun, erklärt Rauch. Außerdem könnten die Investitionskos­ten wieder reingeholt werden. „Wenn wir jetzt Grünflächen umwidmen, dann kommt dies Unternehmen, Investoren oder Privaten zugute. Wie würde es aussehen, wenn dies der öffentlichen Hand zugute kommen würde“, fragt sich Strehle.
Von der Autobahn selbst wäre in diesem Abschnitt dann nichts mehr zu sehen und noch viel wichtiger auch nichts mehr zu hören. 25 Prozent der Gemeinden Lauterach und Wolfurt, die jetzt durchgehend einer Belas­tung von 50 bis 75 Dezibel ausgesetzt sind, wären durch die Einhausung lärmsaniert.

Biodiversität

Schlussendlich brachte Rauch auch noch den Aspekt der Biodiversität ein. Zum Wohle des Klimaschutzes und der Artenvielfalt würden die 20 Hektar nicht nur mit Gebäuden, sondern auch entsprechend mit Grünflächen versehen werden. Eine deutliche Aufwertung zur asphaltierten Autobahn.
Als nächster Schritt soll diese Idee den benötigen Partnern, sprich Asfinag (Bund), Land und Gemeinden Lauterach und Wolfurt vorgestellt werden. Weiter würde eine Machbarkeitsstudie zur detaillierten Umsetzung in Auftrag gegeben werden. Eines ist für Strehle aber bereits jetzt klar: „Das Projekt ist technisch umsetzbar“, sagt der Architekt.