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Ist das Kreuzimpfen effektiver?

08.07.2021 • 12:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Deutschland werden Kreuzimpfungen schon umgesetzt
In Deutschland werden Kreuzimpfungen schon umgesetzt. Thaut Images – stock.adobe.com

Kreuzimpfungen nun auch in Österreich: Experten erklären, ob es wirksamer ist

Nachdem sich die Ärztekammer zu Wochenstart klar für ein heterologes Impfschema ausgesprochen hatte, gab das Nationale Impfgremium (NIG) am Montag eine Neuerung bekannt: Sogenannt Kreuzimpfungen sollen nun auch in Österreich möglich sein, wenn Patientin oder Patient den Wunsch äußern.

Zwei Impfstoffe, ein Ziel

Bei einem heterologen Impfschema werden zwei Impfstofftypen kombiniert – beispielsweise ein Vektorimpfstoff wie jener von AstraZeneca mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer. Die Vakzine werden nicht gleichzeitig geimpft. Man erhält die erste Teilimpfung mit dem einen und die zweite Teilimpfung mit dem anderen Impfstoff. Im Falle der Coronaimpfung wird vermutet, dass dadurch die Schutzwirkung erhöht werden könnte.

Antikörper und T-Zellen

Zu unterscheiden seien dabei die beiden Arten der Immunität, die im Falle einer Impfung ausgebildet werden: die zelluläre Immunität und die Antikörper. „Aus der Erhebung zeigt sich, dass die zelluläre Immunität immer besser ausgeprägt ist, wenn zuerst AstraZeneca geimpft wurde – das gilt sowohl dann, wenn beide Impfungen mit diesem Impfstoff durchgeführt wurden, wie auch für Kombinationsimpfungen“, so Zeitlinger. Blickt man hingegen auf die ausgebildeten Antikörper, so liegt die zweimalige Impfung mit Biontech/Pfizer vorne.

Umsetzung nun möglich

Auch wenn in Österreich Kreuzimpfungen nun möglich sind, wird vonseiten des NIG auch darauf hingewiesen, dass es sich dabei nach wie vor um eine Off-Label-Anwendung – ein Gebrauch, der nicht der offiziellen Zulassung entspricht – handelt. Virologin Dorothee von Laer meinte dazu im Gespräch mit der Redaktion: „In einigen Ländern wie Deutschland wird dieses Schema auch schon off-label eingesetzt. Wobei mir wichtig ist zu betonen, dass ,off-label’ nicht gefährlich bedeutet. In diesen Ländern gab es keine auffälligen Ereignisse, die auf dieses Schema zurückzuführen sind. Wenn es der Impfling wünscht, ist die Kreuzimpfung möglich und gut.“ Auch Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagt: „Off-Label ist das Impfen mit einer Wirkstoff-Kombination natürlich möglich. Es verdichten sich die Hinweise, dass es eine gute Idee ist.“

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