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Virtual-Reality-Theater aus Hohenems

08.07.2021 • 09:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
V.l.: Dieter Egger, Kulturreferentin Elisa Rosegger, Thomas A. Welte und Kulturstadträtin Erika Kawasser. <span class="copyright">Stadt Hohenems</span>
V.l.: Dieter Egger, Kulturreferentin Elisa Rosegger, Thomas A. Welte und Kulturstadträtin Erika Kawasser. Stadt Hohenems

Das erste Theaterfestival Poligonale startet mit einem VR-Experiment.

Bis ins 16. Jahrhundert reiche die Hohenemser Theatertradition zurück, wie Bürgermeister Dieter Egger gestern bei einem Pressegespräch anmerkte. Diesen Sommer wird die Theatergeschichte der Nibelungenstadt um ein Kapitel reicher, denn ab 29. Juli feiert das Theaterfestival Poligonale Premiere. Ins Leben gerufen wurde dieses vom Ensemble X, das sich aus dem Team rund um Regisseur und Autor Thomas A. Welte zusammensetzt. Ursprünglich durch „Shakespeare am Berg“ in Bludenz bekannt, hat die Truppe in Hohenems eine neue Heimat gefunden.

Schauspielerin Pan Selle ist auch wieder dabei.<span class="copyright"> Oliver Lerch</span>
Schauspielerin Pan Selle ist auch wieder dabei. Oliver Lerch

Zukunftsgerichtet, innovativ und offen zeigt sich die Ausrichtung der Poligonale. Der Begriff soll das Thema Diversität und Vielfalt verdeutlichen, so Welte. Das soll sich auch in der Auswahl der geladenen Gäste niederschlagen: Heuer ist die Gruppe dieheroldfliri.at mit der Produktion „Große Töchter“ vertreten. Am 4. und 8. August ist das Stück zu sehen, das sich mit Gleichstellung auseinandersetzt.

Liveübertragung

Spielort ist der Innenhof der Volksschule Markt – zumindest bei jenen Stücken, die analog stattfinden. Denn Welte experimentiert, wie bereits berichtet, mit neuen digitalen Theaterformaten. „The Conversation“ nennt sich die Demo-Version eines Theaters, das ausschließlich digital mit der Virtual-Realitiy-Brille von Zuhause aus erlebt werden kann. Darstellerin Pan Selle wird dafür in einen VR-Anzug schlüpfen. Die Zuschauer, die eine Karte kaufen, erhalten einen Link zur Liveübertragung. Mit der VR-Brille könne man ganz in das rund zehnminütige Geschehen eintauchen, so Welte. Wer keine solche besitzt, könne sich eine günstige Variante für das Smartphone zulegen, erklärt der Regisseur. Der Termin wird noch bekanntgegeben. Das VR-Theater sei auch für Welte ein spannendes Experiment, wie er sagt.

Infos zum Festival für zeitgenössisches Theater gibt es unter www.poligonale.com.

Ein „traditionell“ aufgeführtes neues Stück des Ensemble X gibt es auch noch. „Die Puppenmacherin“ wird bei der Eröffnung des Festivals am 29. Juli uraufgeführt, es spielen Selle und Kathrin Jaehne. Es geht um „die Möglichkeiten und die Grenzen vom humorvollen ,Spiel‘ mit schlimmer Vergangenheit“, um Mehrdeutigkeit und Rollenvorstellungen, heißt es im Begleittext. In einer Kooperation mit dem Hohenemser Literaturhaus werden außerdem bei einer „Masterclass“ von drei ausgewählten jungen Autoren Hörspiele erarbeitet, die am 5. August bei musikalischer Begleitung gelesen werden.

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