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„Nicht um jeden zu kämpfen wäre arrogant“

10.07.2021 • 11:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorne: Messe­chef Klaus Wellmann (l.)und Projektleiter Rolf Hofer. <span class="copyright">Dedeleit</span>
Vorne: Messe­chef Klaus Wellmann (l.)und Projektleiter Rolf Hofer. Dedeleit

Keine Aussteller aus Vorarlberg bei der diesjährigen IBO in Friedrichshafen.

Die Sommer-IBO am Bodensee ist am Donnerstag als erste größere Präsenz-Messe „nach“ Corona in Deutschland eröffnet worden. Das Team um Messechef Klaus Wellmann und Projektleiter Rolf Hofer ging wie die 280 Aussteller in den vier Messehallen mit großen Erwartungen an den Start. „Und wir haben uns sehr über die gute Resonanz an den ersten Messetagen gefreut“, erklärt Wellmann. Noch bis Sonntag läuft die erste Sommer-IBO.„Ein tolles Gefühl, Kunden und Dienstleistern wieder persönlich begegnen zu können“, sagt Hofer.
Die Verbrauchermesse, die Corona-bedingt als Sommer-Version über die Bühne geht, wartet sowohl im Freigelände wie auch in den Hallen mit einem attraktiven und vielseitigen Produkt- und Unterhaltungsangebot auf.

Keine Voarlberger Aussteller

Was freilich jedem auffällt, der schon einmal am üblichen März-Termin auf der IBO war: Statt den wie beim letzten Mal 650 Ausstellern, darunter 28 aus Österreich (die meisten von der Tourismusbranche), sind es diesmal noch nicht einmal die Hälfte in vier statt elf Hallen. „Nein, wir sind nicht enttäuscht. Seit wir wussten, dass wir für den Sommer planen können, waren vier Hallen vorgesehen“, sagt Rolf Hofer im NEUE-Gespräch. Nahezu 95 Prozent der Aussteller würden aus Deutschland kommen, die anderen acht Nationen machen somit lediglich gut fünf Prozent aus. Auch aus Vorarlberg ist keine Aussteller dabei, obwohl in den vergangenen Jahren immer wieder Unternehmen aus dem Ländle in Friedrichshafen vorstellig wurden. „Das ist der Bewerbungsunsicherheit zuzuschreiben. Als am 14. Mai klar war, dass wir die Messe veranstalten, war Vorarlberg noch als Risikogebiet eingestuft. Da die meisten Aussteller eine Vorlaufzeit von etlichen Wochen, ja sogar Monaten haben, waren Anfragen Mangelware“, erklären die Veranstalter die Situation rund um die Vorarlberger Aussteller.

Planungsunsicherheiten

Laut Hofer sei man in Friedrichshafen vor allem mit zahlreichen Unternehmen aus dem Vorarlberger Tourismus in Kontakt, „als jedoch auch die Quarantäne noch Thema war, ist das ein K.-o.-Argument gewesen. Mit dem Wissen von heute wäre alles entspannter gewesen“. Vor allem die Tourismusbranche aus dem Ländle ist auf der IBO stets stark vertreten, Vorarlberg Tourismus engagiert sich mit Werbegeschenken und gratis Käse auf der ansonsten stattfindenden IBO Night, die am Vorabend der Frühjahrsmesse einem ausgewählten Publikum präsentiert wird. „Natürlich haben wir auch von einigen Leuten gehört, dass die Sommerausgabe nicht optimal ist. Der Termin im März hat sich etabliert, da der Garten noch nicht gerichtet und der Urlaub noch nicht geplant ist“, weiß der langjährige IBO-Projektleiter.

Aussichten

Im Jänner habe es jedoch die Rote Karte für den März-Termin gegeben, die Messe aber komplett ausfallen zu lassen war kein Thema. Nun heißt es zukünftig wieder zu alter Größe zu wachsen. „Wir kämpfen um jeden Aussteller, ob groß oder klein, es wäre arrogant, es nicht zu tun. Wir freuen uns über unsere Nachbarn, denn sie garantieren Internationalität und Qualität. Die Normalität, wie wir sie kennen, wird es erst in ein, zwei Jahren wieder geben. Wir werden die Folgen dieser Pandemie noch 2023 spüren.“ Hofer verspricht, man werde in Friedrichshafen vor Ort alles tun, „um für uns Werbung zu machen“. Um dann auch wieder Aussteller aus Vorarlberg über den Bodensee nach Friedrichshafen zu locken.

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