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Baufirma ausgehöhlt: Gläubiger betrogen

13.07.2021 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/apa

Drei Angeklagte schädigten Gläubiger laut Urteil um 100.000 Euro.

Mit ihrer Baufirma haben die drei Angeklagten nach Ansicht der Richter Gläubiger um 100.000 Euro betrogen. Sie hätten das Unternehmen finanziell ausgehöhlt und dann in Konkurs gehen lassen, sagte Richter Richard Gschwenter. Die Firmenbetreiber hätten Bargeld vom Bankkonto abgehoben, sobald Einzahlungen erfolgt seien. Zudem hätten sie rund 90.000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen und Rechnungen von Lieferanten im Umfang von 8000 Euro nicht bezahlt.

Unbescholtene Erstangeklagte

Der Schuldspruch erfolgte am Dienstag beim Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch wegen betrügerischer Krida, betrügerischen Anmeldens zur Sozialversicherung und Betrugs. Dafür wurde die unbescholtene und arbeitslose Erstangeklagte zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von zehn Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1280 Euro (320 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Die 26-jährige Rumänin war als Strohfrau Alleingesellschafterin und Geschäftsführerin.

Das Trio wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Das Trio wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt. Symbolbild/Hartinger

Sie ist die Lebensgefährtin des faktischen Geschäftsführers, der wegen anhängiger Exekutionen nicht offiziell als Chef auftreten wollte. Über den geständigen und mit einer Vorstrafe belasteten 36-jährigen Türken wurde eine bedingte Gefängnisstrafe von 14 Monaten und eine Geldstrafe von 8000 Euro (400 Tagessätze à 20 Euro) verhängt. Die Strafe für seinen unbescholtenen, 38-jährigen Bruder fiel so aus: zwölf Monate bedingt, 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro).

Drei Tage Bedenkzeit

Keines der drei Urteile ist rechtskräftig. Die drei Angeklagten und der Staatsanwalt nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen betrug sechs Monate bis fünf Jahre Gefängnis. Staatsanwalt Manfred Melchhammer merkte an, die überschuldeten Brüder hätten schon in der Vergangenheit mehrere Firmen in den Konkurs gehen lassen. Verteidiger Gerhard Scheid­bach beantragte Freisprüche für die Strohfrau und den 38-jährigen Bruder des alleinigen Schuldigen.