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Kinder missbraucht: Drei Jahre Gefängnis

13.07.2021 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Familienvater vergriff sich nach Ansicht der Richter mehrfach an zwei Nachbarsmädchen.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen wurde der unbescholtene Angeklagte am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem hat der 41-jährige Familienvater aus dem Bezirk Dornbirn den zwei mutmaßlichen Opfern als Teilschmerzengeld 5000 und 3000 Euro zu bezahlen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Thomas Wallnöfer ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte meldete sofort Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien und Strafberufung beim Oberlandesgericht Innsbruck an. Der Staatsanwalt nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen betrug ein bis zehn Jahre Haft.
Die Richter hielten die belas­tenden Angaben der beiden mutmaßlichen Opfer für glaubwürdig. Die beiden 13-jährigen Schwestern sagten vor der Polizei und bei ihrer kontradiktorischen Befragung vor dem Prozess am Landesgericht aus, der Beschuldigte habe sich heuer zwischen Februar und März an ihnen mehrfach vergriffen.

Der Angeklagte meldete unter anderem Strafberufung am Oberlandesgericht Innsbruck an.<span class="copyright"> Shutterstock</span>
Der Angeklagte meldete unter anderem Strafberufung am Oberlandesgericht Innsbruck an. Shutterstock

Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Verteidiger Hamza Ovacin beantragte einen Freispruch für seinen Mandanten. Die beiden Mädchen hätten die Vorwürfe erfunden, sagte der Rechtsanwalt. Dass die Mädchen behaupten, sie hätten Angst vor dem Angeklagten, sei unglaubwürdig. Sie seien ja freiwillig des Öfteren bei ihm zu Besuch gewesen.

Fast täglich zu Besuch

Der Schöffensenat hielt den Untersuchungshäftling aber im Sinne der Anklageschrift für schuldig. Die Anklage basierte auf den Angaben der zwei Mädchen. Staatsanwalt Johannes Hartmann sagte, die beiden 13-Jährigen würden im selben Haus wohnen wie der Angeklagte und dessen Familie. Die Mädchen seien fast täglich in der Wohnung der Familie des Beschuldigten zu Besuch gewesen. Sie hätten mit den Kindern des Angeklagten gespielt. An den Spielen habe sich zuweilen auch der Angeklagte beteiligt. Der 41-Jährige habe die Situation ausgenutzt. Er habe in seiner Wohnung Übergriffe an den unmündigen Besucherinnen begangen.

Mildernde und erschwerende Gründe

Mildernd wertete der Schöffensenat bei der Strafbemessung die Unbescholtenheit des Angeklagten. Erschwerend wirkte sich aus, dass nach Überzeugung der Richter zwei Unmündige missbraucht worden sind. Ein weiterer Erschwerungsgrund war die mehrfache Begehung der Straftaten.
Die Öffentlichkeit wurde nach den Eingangsplädoyers des Staatsanwalts und des Verteidigers bis zur Urteilsverkündung von der Hauptverhandlung ausgeschlossen.