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Schwere Vorwürfe gegen Maturareiseanbieter

13.07.2021 • 11:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
X-Jam 2021 in Porec
Beim X-Jam 2021 in Porec sollen Mädchen missbraucht worden sein. X-Jam

X-Jam: 40 Maturantinnen melden sich auf Aufruf nach Betroffenen

Dutzende Maturanten erheben in den sozialen Medien schwere Vorwürfe gegen das Sicherheitspersonal des Maturareiseveranstalters X-Jam. Der Niederösterreicher Bastian K. (18), selbst erst vor kurzem auf Maturareise in Porec, Kroatien, gewesen, hatte die Angelegenheit ins Rollen gebracht. Bei seinem Aufenthalt war ihm von den Vorfällen – die laut seinen Angaben von sexuellem Missbrauch, rassistischen Ansagen über den Einsatz von K.O.Tropfen bis hin zu Vergewaltigungen reichen sollen – erzählt worden. Seither sucht er über die sozialen Medien nach Betroffenen. Rund 40 Mädchen sollen sich seinen Angaben nach bereits bei ihm gemeldet haben.

Sanktionen gegen vier Mitarbeiter

„Die aktuell kursierenden Vorwürfe sind uns hauptsächlich durch Bastian K. und Kommentaren auf sozialen Medien bekannt. Vorfälle, die uns vor Ort bekannt gemacht wurden, sind durch ein eigenes Team bearbeitet worden. Bei diesen Vorfällen ging es definitiv nicht um eine angezeigte Vergewaltigung“, hieß es seitens des Veranstalters. Vier Security-Mitarbeiter seien des Areals – die Halbinsel Lanterna bei Porec in Istrien wurde eigens für die Großveranstaltung angemietet – verwiesen worden. Sie waren wegen „unangebrachter verbaler Äußerungen oder unverhältnismäßigem Verhalten“ aufgefallen. „Die uns bekannten Vorfälle ereigneten sich in der zweiten Woche der Event-Maturareise und wurden umgehend sanktioniert“, heißt es weiter.

Bei der „größten Maturareise Europas“, zu der laut Veranstalter jährlich mehr als 10.000 Maturantinnen und Maturanten kommen, werden externe Securityfirmen eingesetzt, aus Kroatien aber auch aus Österreich. Seitens der beauftragten Securityfirmen sei Zusammenarbeit bei der Aufklärung der Vorwürfe zugesichert worden. Berichte über angebliche Vergewaltigungen und K.O.-Tropfen „können aus heutiger Sicht ausgeschlossen werden“, so der Veranstalter nach Bekanntwerden der Vorwürfe am Sonntag.

19-Jähriger unter Tatverdacht

„Zwischen 20. Juni bis 10. Juli 2021 gingen bei uns zwei Anzeigen wegen Belästigungen ein. Am 7. Juli soll ein 19-Jähriger eine junge Erwachsene auf dem Festival vergewaltigt haben“, bestätigt die kroatische Polizei, die Ermittlungen eingeleitet hat. Allerdings soll es sich bei dem 19-Jährigen, der kurze Zeit sogar in Polizeianhaltung gewesen war, nicht um einen Security-Mitarbeiter handeln. Sowohl Opfer als auch Täter seien österreichische Staatsbürger und waren wegen der Matura-Reise in Kroatien, so die örtliche Polizei.

Mögliche Opfer sollen sich melden

Der Veranstalter ruft Betroffene auf, sich nicht nur über soziale Medien zu melden, sondern ihn direkt zu kontaktieren, „um unsere interne Untersuchung zu unterstützen. Wir nehmen diese Vorwürfe sehr ernst, da das Wohlergehen und die Sicherheit der Gäste oberste Priorität haben“.