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Kräftige Finanzspritze für Drexel und Weiss

14.07.2021 • 12:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Unternehmen ist mittlerweile eine Tochter der GDR Holding GmbH.      <span class="copyright">Drexel und Weiss</span>
Das Unternehmen ist mittlerweile eine Tochter der GDR Holding GmbH. Drexel und Weiss

Das Wolfurter Unternehmen erhält von seiner Muttergesellschaft eine Million Euro.

Das Haustechnik-Unternehmen Drexel und Weiss Energieeffiziente Haustechniksysteme GmbH mit Sitz in Wolfurt hat in diesen Tagen eine massive Finanzspritze von seinen Eigentümern bekommen. Konkret erfolgte in der 100-prozentigen Muttergesellschaft GDR Holding GmbH eine Kapitalerhöhung um eine Million Euro. Das frische Geld kam dort von den Eigentümern Josias Gasser Baumaterialen AG aus der Schweiz beziehungsweise von Josias Florian Gasser. Zum Größenvergleich: Zuletzt bewegte sich der Umsatz von Drexel und Weiss im Bereich von rund fünf Millionen Euro.

Drexel und Weiss-Geschäftsführer Jürgen Fink bestätigte auf Anfrage die Kapitalerhöhung. Die GDR Holding GmbH werde das Geld über ein Darlehen zur Verfügung stellen. Damit wolle man einerseits die Liquidität nachhaltig absichern. Andererseits soll damit die Neuentwicklung von Produkten vorangetrieben werden. „Wir sehen es als gutes Zeichen, wenn sich der Eigentümer mit frischem Kapital deutlich zum Unternehmen bekennt.“

Herausfordernd

Die aktuelle Geschäftsentwicklung bezeichnet Fink als zufriedenstellend, aber sehr herausfordernd. Im ersten Halbjahr 2021 habe man den Umsatz gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2019 leicht steigern können. Ein Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2020 mache aufgrund der Rückgänge im Lockdown wenig Sinn.
Wie berichtet, sieht Fink das Geschäftsjahr 2021 als „Übergangsjahr“, in dem das Unternehmen mit seinen 40 Mitarbeitern wieder auf Schiene gebracht werden soll. Die Verluste von 2020 werde man heuer „deutlich reduzieren“ können. Ob sich eine „rote Null“ ausgehe, sei jedoch offen. Ab 2022 will Fink wieder Gewinne schreiben.

Massive Preissteigerungen

Die große Herausforderung sieht er jedoch in den massiven Preissteigerungen bei den Rohmaterialien, etwa bei Stahl. Da Drexel und Weiss viel Stahlblech verbaue und auch technische Komponenten einen hohen Stahl- und Kupferanteil haben, sei man gezwungen gewesen, die Verkaufspreise zu erhöhen. Das sei abgesehen von den normalen Preisanpassungen zum Jahresende jetzt unterjährig mit plus vier Prozent geschehen. „Ob das ausreicht, werden wir sehen. Prognosen sind sehr schwierig. Preisgarantien sind fast unmöglich geworden.“ Wohin die Reise für die Endverbraucher führt, liegt für Fink auf der Hand: „Am Ende des Tages wird Bauen für alle deutlich teurer werden, da die Preise überall anziehen.“

Kurzfristigkeit

Die derzeit überhitzt laufende Baubranche sei von „extremer Kurzfristigkeit“ geprägt und führe nicht nur in Vorarlberg dazu, dass Drexel und Weiss vor Ort die Handwerker fehlen, um fixierte Projekte fertigstellen zu können, so der Geschäftsführer. Befeuert werde diese Entwicklung durch unzählige öffentliche Förderungen. So gebe es etwa in Deutschland millionenschwere Unterstützungen von Schulen für die Anschaffung von Lüftungsgeräten. Mit „aeroschool 600“ habe Drexel und Weiss zwar genau das richtige Produkt im Portfolio, so Fink. „Allerdings brauchen wir auch Leute, die das einbauen können.“ Günther Bitschnau/wpa