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Vergewaltigung: Haft um ein Jahr verringert

14.07.2021 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Oberlandesgericht setzte Gefängnisstrafe für unbescholtenen 37-Jährigen herab.

Wegen Vergewaltigung wurde im November 2020 am Landesgericht Feldkirch ein unbescholtener 37-Jähriger zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. In der Berufungsverhandlung am Mittwoch am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurde die Freiheitsstrafe um ein Jahr verringert und mit zweieinhalb Jahren Haft rechtskräftig festgelegt. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Wigbert Zimmermann mit. Die Berufungsrichter begründeten die Reduzierung der Strafe vor allem mit der Unbescholtenheit des von German Bertsch verteidigten Angeklagten. Als Teilschmerzengeld hat der Asiate der 26-jährigen Frau 5000 Euro zu bezahlen.

Der Angeklagte muss nun zweieinhalb statt dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. <span class="copyright">Symbolbild/Paulitsch</span>
Der Angeklagte muss nun zweieinhalb statt dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Symbolbild/Paulitsch

Der Strafrahmen für Vergewaltigung beträgt seit 2020 zwei bis zehn Jahre Haft. Für den Angeklagten galt aber die frühere Strafdrohung von ein bis zehn Jahren Gefängnis. Denn die Vergewaltigung hat sich nach Ansicht der Richter am 1. November 2019 ereignet. Nach Überzeugung der Richter hat der Bauarbeiter die geistig ein wenig beeinträchtig­te Frau am ersten Abend ihres Kennenlernens in seinem Zimmer im Bezirk Feldkirch vergewaltigt.

Vergeblich gewehrt

Die Zeugin gab vor der Polizei und bei ihrer gerichtlichen Befragung vor dem Prozess zu Protokoll, sie sei am 31. Oktober 2019 zusammen mit einem Arbeitskollegen in der Feldkircher Innenstadt in einer Bar gesessen. Ihr Kollege habe den mit ihm befreundeten Angeklagten, den sie nicht gekannt habe, telefonisch in die Bar bestellt. Sie hätten so viel Alkohol getrunken, dass sie nicht mehr wisse, was in der Nacht passiert sei. Jedenfalls sei sie am nächsten Morgen nackt im Bett des nackten und neben ihr liegenden Angeklagten aufgewacht. Nach dem Duschen habe der Angeklagte sie auf sein Bett gestoßen und sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen, berichtete die 26-Jährige. Sie habe sich vergeblich dagegen gewehrt und ihm mehrfach gesagt, dass sie keinen Sex wolle.
Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf und beantragte einen Freispruch. Er und die Frau seien auf seinem Bett eingeschlafen. Am nächsten Morgen hätten sie zwei Mal einvernehmlich Sex gehabt.

Nichtigkeitsbeschwerde

Der wegen Vergewaltigung erfolgte Schuldspruch wurde schon im Mai rechtskräftig. Denn der Oberste Gerichtshof (OGH) hat die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurückgewiesen. Die Wiener Höchstrichter haben das Oberlandesgericht Innsbruck damit beauftragt, über die Strafberufung des Angeklagten zu entscheiden. Der Strafberufung des Angeklagten wurde am Mittwoch teilweise Folge gegeben.

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